Strategie

Junior-Depot: So baust du für dein Kind Vermögen auf

Kurz gesagt

Ein Junior-Depot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen deines Kindes, das du als Elternteil bis zum 18. Geburtstag verwaltest. Das Geld darin gehört rechtlich dem Kind. Dafür nutzt es seinen eigenen Sparerpauschbetrag und mit einer NV-Bescheinigung sogar seinen Grundfreibetrag. Ein ETF-Sparplan auf einen Welt-Index ist für die meisten Familien der einfachste Weg. Achte auf Familienversicherung und BAföG, und sprich früh mit deinem Kind über den Umgang mit Geld.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Junior-Depot?

Ein Junior-Depot, oft auch Kinderdepot genannt, ist ein ganz normales Wertpapierdepot, das auf den Namen deines Kindes läuft. Ein Depot ist dabei einfach das Konto, auf dem Wertpapiere wie Aktien oder ETFs liegen. Der Unterschied zum eigenen Depot: Kontoinhaber ist das Kind, verwaltet wird das Depot aber von dir als Elternteil, bis dein Kind volljährig ist.

In der Praxis sieht ein Kinderdepot aus wie jedes andere. Du kannst Sparpläne einrichten, Einmalbeträge investieren und siehst die Entwicklung in der App oder im Online-Banking. Zu jedem Depot gehört ein Verrechnungskonto, über das die Käufe laufen. Auch dieses Konto gehört dem Kind.

Das Junior-Depot hat drei große Stärken:

  • Zeit: Wer bei der Geburt beginnt, hat oft 18 Jahre oder mehr Anlagehorizont. Genau diese Zeit macht den Zinseszinseffekt so stark.
  • Steuern: Dein Kind hat eigene Freibeträge. Erträge im Kinderdepot bleiben deshalb häufig komplett steuerfrei.
  • Klarheit: Das Geld ist eindeutig dem Kind zugeordnet. Großeltern, Paten oder Verwandte können gezielt einzahlen.

Es gibt aber auch Punkte, die du vorher kennen solltest: Das Geld gehört unwiderruflich deinem Kind, ab dem 18. Geburtstag entscheidet es allein darüber, und höhere Erträge können sich auf die Familienversicherung oder das BAföG auswirken. All das schauen wir uns in diesem Ratgeber Schritt für Schritt an.

Warum früh anfangen? Zinseszins und Zeit

Der wichtigste Baustein beim Vermögensaufbau für Kinder ist nicht die Höhe der Sparrate, sondern die Zeit. Beim Zinseszinseffekt werfen nicht nur deine Einzahlungen Erträge ab, sondern auch die Erträge der Vorjahre. Je länger das Geld arbeitet, desto stärker wächst dieser Anteil.

Die folgende Modellrechnung zeigt, was aus verschiedenen monatlichen Sparraten über 18 Jahre werden kann. Angenommen ist eine durchschnittliche Rendite von 6 % pro Jahr, die Einzahlung erfolgt jeweils am Monatsende. Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt.

Sparrate pro Monat Eingezahlt in 18 Jahren Depotwert nach 18 Jahren (6 % p. a.) Davon Wertzuwachs
25 € 5.400 € ca. 9.680 € ca. 4.280 €
50 € 10.800 € ca. 19.370 € ca. 8.570 €
100 € 21.600 € ca. 38.740 € ca. 17.140 €
259 € (volles Kindergeld) 55.944 € ca. 100.320 € ca. 44.380 €

Wichtig: Das ist eine Modellrechnung, keine Prognose und keine Garantie. Aktienmärkte schwanken stark. Der MSCI World, ein Index mit großen Unternehmen aus Industrieländern, hat seit Ende 2000 in Euro gerechnet im Schnitt etwa 6,64 % pro Jahr erzielt. Zwischendurch ist er aber auch um bis zu 53,6 % eingebrochen. Solche Phasen können auch in den nächsten 18 Jahren vorkommen.

Was ein späterer Start kostet

Viele Eltern denken erst zum Schulstart oder zur Jugendweihe an ein Kinderdepot. Das ist nicht zu spät, aber der Unterschied ist deutlich. Bei 50 € im Monat und 6 % Rendite bis zum 18. Geburtstag:

Start im Alter von Laufzeit Eingezahlt Depotwert mit 18 (Modell)
0 Jahren 18 Jahre 10.800 € ca. 19.370 €
6 Jahren 12 Jahre 7.200 € ca. 10.510 €
12 Jahren 6 Jahre 3.600 € ca. 4.320 €

Wer bei der Geburt startet, zahlt zwar nur 3.600 € mehr ein als beim Start mit sechs Jahren, hat am Ende aber rund 8.860 € mehr im Depot. Der Grund sind die sechs zusätzlichen Jahre, in denen das Geld wachsen kann. Deine eigenen Zahlen kannst du im Sparplan-Rechner durchspielen.

Junior-Depot oder Depot auf den Namen der Eltern?

Bevor du ein Kinderdepot eröffnest, solltest du eine Grundsatzfrage klären: Soll das Geld wirklich dem Kind gehören, oder willst du für dein Kind sparen, das Vermögen aber selbst behalten? Beides ist legitim. Die Wahl hat aber Folgen für Steuern, Kontrolle und Sozialleistungen.

Kriterium Junior-Depot (auf das Kind) Depot auf Elternnamen
Wem gehört das Geld? Dem Kind, unwiderruflich Den Eltern
Wer entscheidet ab 18? Das Kind allein Weiterhin die Eltern
Sparerpauschbetrag Eigener Freibetrag des Kindes (1.000 €) Freibetrag der Eltern wird mitgenutzt
Grundfreibetrag nutzbar? Ja, mit NV-Bescheinigung bis 13.348 € Erträge steuerfrei Nein, Erträge über dem Freibetrag werden mit Abgeltungsteuer belastet
Familienversicherung Hohe Erträge können sie gefährden Kein Einfluss auf das Kind
BAföG Vermögen des Kindes wird angerechnet Zählt nicht als Vermögen des Kindes
Flexibilität Geld nur für das Kind, kein Rückholen Volle Flexibilität, auch für Notfälle der Eltern
Motivation und Lerneffekt Kind sieht „sein“ Depot wachsen Geld ist eher abstrakt

Wann das Junior-Depot passt

Ein Depot auf den Namen des Kindes lohnt sich vor allem, wenn du deinen eigenen Sparerpauschbetrag schon mit eigenen Anlagen ausschöpfst. Dann spart das Kinderdepot bares Geld, weil Erträge nicht mit der Abgeltungsteuer von 26,375 % (plus ggf. Kirchensteuer) belastet werden. Es passt auch, wenn du dir sicher bist, dass das Geld wirklich deinem Kind gehören soll, egal was passiert.

Wann das Elterndepot die bessere Wahl ist

Ein eigenes Depot oder ein separater Sparplan in deinem Depot mit dem gedanklichen Etikett „für Lena“ ist sinnvoll, wenn du die Kontrolle behalten willst. Etwa weil du nicht weißt, ob dein Kind mit 18 verantwortungsvoll mit einer größeren Summe umgehen kann. Oder weil das Geld im Ernstfall auch als Reserve für die Familie dienen soll. Auch wenn du noch keinen Sparerpauschbetrag ausschöpfst, ist der Steuervorteil des Kinderdepots in den ersten Jahren gering.

Manche Familien kombinieren beides: einen kleinen Sparplan im Junior-Depot, damit das Kind früh ein eigenes Depot hat, und den größeren Teil im eigenen Depot.

Wem gehört das Geld? Rechtliches und der 18. Geburtstag

Hier liegt der wichtigste Punkt beim Junior-Depot, und er wird oft unterschätzt: Alles, was du in das Depot deines Kindes einzahlst, ist eine Schenkung an dein Kind. Diese Schenkung ist rechtlich bindend.

Was das konkret bedeutet

  • Eigentümer ist das Kind. Die Wertpapiere und das Guthaben auf dem Verrechnungskonto gehören ihm, nicht dir.
  • Du verwaltest nur. Als gesetzlicher Vertreter darfst du bis zum 18. Geburtstag über die Anlage entscheiden, also etwa Sparpläne ändern oder ETFs kaufen und verkaufen. Das musst du im Interesse des Kindes tun.
  • Kein Rückholen. Du darfst das Geld nicht für eigene Zwecke entnehmen, auch nicht für eine Autoreparatur oder den Familienurlaub. Das gilt auch dann, wenn es ursprünglich dein Kindergeld war.
  • Ab 18 entscheidet das Kind allein. Mit der Volljährigkeit endet deine Verwaltungsbefugnis. Die Bank stellt das Depot dann auf dein Kind als alleinigen Inhaber um. Du hast ab diesem Tag keinen Zugriff mehr.

Schenkungsteuer: meist kein Thema

Weil jede Einzahlung eine Schenkung ist, stellt sich die Frage nach der Schenkungsteuer. Für normale Familien ist sie in aller Regel kein Problem. Jeder Elternteil kann seinem Kind innerhalb von zehn Jahren bis zu 400.000 € steuerfrei schenken, jede Großmutter und jeder Großvater bis zu 200.000 €. Diese Freibeträge erneuern sich alle zehn Jahre. Selbst wer das komplette Kindergeld anlegt, bleibt weit darunter. Für Paten, Tanten oder Onkel gelten niedrigere Freibeträge, bei üblichen Geschenken zum Geburtstag spielen sie aber kaum eine Rolle.

Der 18. Geburtstag: So bereitest du ihn vor

Viele Eltern haben Sorge, dass ihr Kind mit 18 das Depot leert und das Geld für ein teures Auto oder eine Weltreise ausgibt. Rechtlich kannst du das nicht verhindern. Du kannst aber viel dafür tun, dass es nicht passiert:

  • Finanzielle Bildung von klein auf. Erkläre schon im Grundschulalter, was Sparen bedeutet. Mit zehn oder zwölf Jahren können viele Kinder verstehen, was eine Aktie ist und warum ein Unternehmen Gewinne ausschüttet. Zeig deinem Kind das Depot regelmäßig.
  • Mitreden lassen. Lass Jugendliche bei Entscheidungen mitreden, etwa welcher ETF bespart wird oder ob ein Teil der Geburtstagsgeschenke ins Depot fließt. Wer das Depot als sein eigenes Projekt erlebt, geht später sorgsamer damit um.
  • Zweck gemeinsam festlegen. Sprich rechtzeitig darüber, wofür das Geld gedacht ist: Führerschein, Ausbildung, Studium, die erste Wohnung oder ein langfristiges Polster. Ein gemeinsames Ziel ist deutlich wirksamer als ein Verbot.
  • Das Gespräch vor dem Geburtstag. Setz dich ein paar Monate vor dem 18. zusammen und besprecht, wie es weitergeht. Viele junge Erwachsene lassen den Sparplan dann freiwillig weiterlaufen.
  • Nicht alles auf einmal zeigen. Manche Eltern sparen einen Teil im Junior-Depot und einen weiteren Teil im eigenen Depot, den sie später gezielt übergeben, etwa zum Studienabschluss.

Eine Garantie gibt es nicht. Wer sein Kind aber über Jahre einbindet, übergibt mit 18 nicht nur Geld, sondern auch das Wissen, wie man damit umgeht.

Steuern im Kinderdepot: Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung, Grundfreibetrag

Steuerlich ist dein Kind eine eigene Person. Es hat eine eigene Steuer-Identifikationsnummer und eigene Freibeträge. Das macht das Junior-Depot so attraktiv.

Stufe 1: Freistellungsauftrag über 1.000 €

Wie jeder Erwachsene hat auch dein Kind einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr. Kapitalerträge wie Dividenden, Ausschüttungen, Kursgewinne beim Verkauf oder die Vorabpauschale bleiben bis zu dieser Grenze steuerfrei. Damit der Broker das berücksichtigt, erteilst du als Elternteil für dein Kind einen Freistellungsauftrag, also eine Anweisung an die Bank, Erträge bis zu diesem Betrag nicht zu versteuern. Bei vielen Anbietern geht das direkt bei der Eröffnung.

Bei Aktien-ETFs kommt noch die Teilfreistellung dazu: 30 % der Erträge sind von vornherein steuerfrei. Von 1.000 € Ausschüttung eines Aktien-ETFs werden also nur 700 € auf den Freibetrag angerechnet.

Stufe 2: NV-Bescheinigung bis 13.348 €

Hat dein Kind außer den Kapitalerträgen keine weiteren Einkünfte, geht noch mehr. Dann greift zusätzlich der Grundfreibetrag, also das Einkommen, bis zu dem niemand Einkommensteuer zahlt. Er liegt 2026 bei 12.348 €. Zusammen mit dem Sparerpauschbetrag kann ein Kind so bis zu 13.348 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei vereinnahmen.

Damit die Bank das weiß, brauchst du eine Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung. Die beantragst du formlos oder mit dem passenden Vordruck beim Finanzamt und reichst sie anschließend beim Broker ein. Ohne NV-Bescheinigung wirkt nur der Freistellungsauftrag bis 1.000 €, alles darüber wird zunächst besteuert. Das Geld lässt sich zwar über eine Steuererklärung für das Kind zurückholen, das ist aber umständlicher. Die NV-Bescheinigung ist befristet, achte also auf das Ablaufdatum.

Situation Steuerfreie Kapitalerträge pro Jahr Was du tun musst
Kein Freistellungsauftrag 0 € (Steuer wird sofort abgezogen) Nichts, aber Geld über Steuererklärung zurückholen
Freistellungsauftrag bis 1.000 € Freistellungsauftrag beim Broker erteilen
NV-Bescheinigung (keine anderen Einkünfte) bis 13.348 € NV-Bescheinigung beim Finanzamt beantragen und beim Broker einreichen

Wann die NV-Bescheinigung wirklich wichtig wird

In den ersten Jahren reicht der Freistellungsauftrag fast immer. Ein Beispiel: Liegen 20.000 € in einem ausschüttenden Aktien-ETF mit fiktiven 2 % Ausschüttung, fließen 400 € im Jahr. Nach Teilfreistellung sind das 280 €, weit unter 1.000 €.

Spannend wird es, wenn größere Kursgewinne realisiert werden, also wenn Anteile mit Gewinn verkauft werden. Angenommen, dein Kind verkauft mit 17 Anteile und realisiert dabei 12.000 € Kursgewinn. Nach Teilfreistellung sind 8.400 € steuerpflichtig. Mit reinem Freistellungsauftrag bleiben 7.400 € übrig, darauf fallen 26,375 % an, also rund 1.950 € Steuern. Mit NV-Bescheinigung sind es 0 €. Praktische Helfer zum Nachrechnen findest du bei den Steuer-Tools.

Mit NV-Bescheinigung kannst du außerdem jedes Jahr Gewinne steuerfrei realisieren, indem du Anteile verkaufst und sofort wieder kaufst. Dadurch steigt der Einstandskurs, und spätere Gewinne fallen geringer aus. Prüfe vorher aber unbedingt die Grenze der Familienversicherung, denn sie liegt deutlich niedriger.

Familienversicherung, BAföG und Kindergeld: Was du beachten musst

Steuerfrei heißt nicht folgenlos. Kapitalerträge im Junior-Depot können sich auf andere Bereiche auswirken. Die drei wichtigsten: die Krankenversicherung, das BAföG und das Kindergeld.

Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse

Die meisten Kinder sind über ihre Eltern beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse familienversichert. Das gilt aber nur, solange das Gesamteinkommen des Kindes eine Grenze nicht überschreitet. 2026 liegt sie bei 565 € im Monat, für Minijobs gilt eine Grenze von 603 €.

Kapitalerträge zählen dabei mit, allerdings erst nach Abzug des Sparerpauschbetrags von 1.000 €. Grob gerechnet bleibt die Familienversicherung so bis zu rund 7.780 € Kapitalerträgen im Jahr erhalten (1.000 € plus 12 × 565 €), sofern das Kind keine anderen Einkünfte hat.

Grenze 2026 Wert Was sie bedeutet
Gesamteinkommen pro Monat 565 € Obergrenze für die Familienversicherung
Minijob pro Monat 603 € Gilt, wenn das Kind einen Minijob hat
Sparerpauschbetrag 1.000 € pro Jahr Wird vor der Berechnung abgezogen
Kapitalerträge ohne andere Einkünfte ca. 7.780 € pro Jahr Faustregel, bis zu der die Familienversicherung erhalten bleibt

Die Grenze liegt also deutlich unter den 13.348 € der NV-Bescheinigung. Wenn dein Kind Einkünfte aus einem Nebenjob oder einer Ausbildung hat, sinkt der Spielraum entsprechend. Im Beispiel oben mit 12.000 € realisiertem Gewinn wäre die Grenze in diesem Jahr überschritten.

Du kannst die Erträge aber steuern:

  • Thesaurierende ETFs schütten nichts aus, sondern legen die Erträge direkt wieder an. Steuerlich zählt dann nur die Vorabpauschale, eine jährliche Mindestbesteuerung, die auf dem Basiszins beruht (2026: 3,20 %). Bei diesem Basiszins fällt sie allerdings ähnlich hoch aus wie die Ausschüttung eines breiten Welt-ETFs. Den größeren Hebel hast du deshalb bei realisierten Kursgewinnen.
  • Gewinne in Etappen realisieren: Wer verkaufen muss, verteilt größere Verkäufe auf mehrere Kalenderjahre.
  • Rechtzeitig nachfragen: Die genaue Berechnung kann im Einzelfall abweichen. Frag im Zweifel bei deiner Krankenkasse nach, bevor du größere Gewinne realisierst.

Zur Einordnung, wie hoch die Vorabpauschale ausfallen kann: Bei einem thesaurierenden Aktien-ETF mit 50.000 € Wert zu Jahresbeginn beträgt sie höchstens 50.000 € × 3,20 % × 0,7 = 1.120 €. Nach Teilfreistellung bleiben 784 € steuerpflichtig, also weniger als der Sparerpauschbetrag. Die Vorabpauschale fällt außerdem nur an, wenn der ETF im Jahr tatsächlich gestiegen ist, und ist auf den Wertzuwachs begrenzt.

BAföG: Vermögen des Kindes wird angerechnet

Wenn dein Kind später studieren und BAföG beantragen will, wird sein eigenes Vermögen angerechnet, also auch das Junior-Depot. Für Studierende unter 30 Jahren gilt 2026 ein Vermögensfreibetrag von 15.000 €. Was darüber liegt, mindert den BAföG-Anspruch.

Ein Beispiel: Liegen zum Antrag 38.740 € im Depot (das Ergebnis von 100 € im Monat über 18 Jahre im Modell), werden rund 23.740 € als Vermögen berücksichtigt. In vielen Fällen entfällt der Anspruch dann ganz oder teilweise. Ob das für dich relevant ist, hängt stark vom Einkommen der Eltern ab, denn das zählt beim BAföG meist deutlich mehr. Bekommt dein Kind wegen eures Einkommens ohnehin kein BAföG, spielt das Depot hier keine Rolle.

Wichtig: Vermögen kurz vor dem Antrag an die Eltern zurückzuübertragen, um den Freibetrag zu unterschreiten, ist keine gute Idee. Die Ämter prüfen solche Übertragungen, und sie können als rechtsmissbräuchlich gewertet werden.

Kindergeld: kein Einfluss durch das Depot

Kapitalerträge im Kinderdepot haben keinen Einfluss auf den Anspruch auf Kindergeld. Das Kindergeld beträgt 2026 259 € pro Kind und Monat, also 3.108 € im Jahr. Es wird an die Eltern gezahlt und gehört damit zunächst dir. Erst wenn du es ins Junior-Depot überweist, wird es zur Schenkung an dein Kind. Statt Kindergeld kann auch der Kinderfreibetrag (2026 insgesamt 9.756 €) günstiger sein. Das prüft das Finanzamt automatisch, mit dem Kinderdepot hat diese Günstigerprüfung nichts zu tun.

Ein Sonderfall: Bezieht eure Familie Sozialleistungen wie Grundsicherung (Bürgergeld), kann Vermögen des Kindes angerechnet werden. Lass dich dann vor der Eröffnung beraten.

Welche Geldanlage passt ins Junior-Depot?

Bei einem Anlagehorizont von 15 bis 20 Jahren sind Aktien historisch die renditestärkste Anlageklasse gewesen. Kurzfristig schwanken sie aber stark. Für die meisten Kinderdepots hat sich deshalb eine einfache Lösung bewährt.

Standard: ein weltweit gestreuter ETF-Sparplan

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World nachbildet und damit in Hunderte oder Tausende Unternehmen gleichzeitig investiert. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Ratgeber Was ist ein ETF?. Für ein Kinderdepot eignet sich ein ETF auf einen breiten Welt-Index, etwa den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World. Die Unterschiede zwischen diesen Indizes zeigt unser Vergleich MSCI World vs. FTSE All-World.

Welt-ETFs kosten typischerweise 0,10 bis 0,25 % pro Jahr an laufenden Kosten (TER). Ein einziger solcher ETF reicht für ein Kinderdepot völlig aus. Wer trotzdem mehrere ETFs kombinieren möchte, findet Anregungen im Ratgeber zum ETF-Portfolio.

Thesaurierend oder ausschüttend im Kinderdepot?

Bei ETFs gibt es zwei Varianten: Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig aufs Verrechnungskonto aus. Thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an. Die grundsätzlichen Unterschiede findest du im Ratgeber thesaurierend vs. ausschüttend. Im Kinderdepot gibt es ein paar Besonderheiten:

Aspekt Thesaurierend Ausschüttend
Wiederanlage Automatisch, ohne Aufwand Musst du selbst organisieren
Laufende Erträge für Familienversicherung Nur die Vorabpauschale zählt Ausschüttungen zählen, ggf. plus Vorabpauschale
Nutzung des Freibetrags Nur über die Vorabpauschale Freibetrag wird laufend genutzt
Lerneffekt für Kinder Wachstum nur am Kurs sichtbar Ausschüttungen machen Erträge greifbar

Für die meisten Familien ist ein thesaurierender ETF die pflegeleichte Wahl, weil die Wiederanlage automatisch läuft. Für die Familienversicherung macht die Variante bei einem Basiszins von 3,20 % dagegen kaum einen Unterschied, entscheidend sind dort vor allem realisierte Kursgewinne. Ein ausschüttender ETF kann sinnvoll sein, wenn du dem Kind zeigen möchtest, dass ein Depot regelmäßig Geld abwirft, oder wenn du den Freibetrag jedes Jahr gezielt nutzen willst.

Einzelaktien als Lernobjekt

Einzelaktien sind riskanter als ein breit gestreuter ETF, weil ein einzelnes Unternehmen auch dauerhaft an Wert verlieren kann. Als Beimischung haben sie im Kinderdepot trotzdem ihren Platz, und zwar vor allem als Lernobjekt. Viele Kinder interessieren sich für Unternehmen, deren Produkte sie kennen: den Spielzeughersteller, den Sportartikelkonzern oder die Firma hinter ihrer Lieblingsschokolade.

Eine selbst ausgesuchte Aktie weckt oft mehr Neugier als jeder Vortrag über Zinseszins. Halte diesen Anteil aber klein, etwa 5 bis 10 % des Depots, und bleib beim ETF als Fundament. Beachte außerdem, dass es bei Einzelaktien keine Teilfreistellung gibt und Verluste nur mit Gewinnen aus anderen Aktienverkäufen verrechnet werden können.

Wovon du besser die Finger lässt

  • Kinder-Sparbücher und klassische Sparkonten sind sicher, bringen über lange Zeiträume nach Abzug der Inflation aber meist wenig oder gar nichts. Für einen Teil, der in wenigen Jahren gebraucht wird, sind sie in Ordnung, nicht aber für 18 Jahre.
  • Ausbildungs- und Kinderversicherungen kombinieren oft Versicherungsschutz mit Geldanlage und haben dabei häufig hohe Abschluss- und Verwaltungskosten. Diese Kosten können einen großen Teil der Rendite auffressen. Eine Risikoabsicherung und ein günstiger ETF-Sparplan getrennt sind in der Regel transparenter.
  • Teure aktiv gemanagte Fonds mit Ausgabeaufschlag, die Filialbanken gern für Kinder anbieten. Die Mehrkosten summieren sich über 18 Jahre erheblich.
  • Spekulative Produkte wie Hebelprodukte oder Kryptowährungen sind für ein Kinderdepot ungeeignet. Viele Banken lassen sie im Junior-Depot ohnehin nicht zu.

Kindergeld anlegen: Lohnt sich das?

Die Idee klingt verlockend: Das Kindergeld fließt jeden Monat direkt ins Junior-Depot. Bei 259 € im Monat kommen im Modell beeindruckende Summen zusammen.

Szenario (Modellrechnung, 6 % p. a.) Eingezahlt Depotwert
Kindergeld 18 Jahre angelegt 55.944 € ca. 100.320 €
dasselbe bei nur 4 % p. a. 55.944 € ca. 81.740 €
100.320 € liegen ohne weitere Einzahlung bis 25 55.944 € ca. 152.500 €
100.320 € liegen ohne weitere Einzahlung bis 30 55.944 € ca. 205.700 €
Kindergeld 30 Jahre durchgehend angelegt (hypothetisch) 93.240 € ca. 260.200 €

Die Zahlen zeigen zweierlei. Erstens: Die Rendite macht einen großen Unterschied. Zwischen 4 % und 6 % liegen nach 18 Jahren rund 18.600 €. Zweitens: Die größten Zuwächse entstehen am Ende. Lässt dein Kind das Depot nach dem 18. Geburtstag einfach liegen, kann es sich in zwölf weiteren Jahren im Modell mehr als verdoppeln. Das 30-Jahres-Szenario ist rein hypothetisch, denn Kindergeld wird nicht so lange gezahlt. Es zeigt aber, welche Kraft in einem langen Zeitraum steckt. Alle Werte sind Modellrechnungen ohne Kosten und Steuern. Die tatsächliche Entwicklung kann deutlich schlechter oder besser ausfallen.

Ehrliche Einordnung

Nicht jede Familie kann das Kindergeld komplett zur Seite legen, und das ist völlig in Ordnung. Das Kindergeld ist dafür gedacht, die Kosten für ein Kind mitzutragen: Kleidung, Essen, Kita, Hobbys. Wenn das Geld im Alltag gebraucht wird, sollte es dort auch eingesetzt werden. Ein Kinderdepot darf nicht dazu führen, dass die Familie in den Dispo rutscht.

Ein realistischer Weg für viele: einen Teil des Kindergelds anlegen, etwa 50 oder 100 €, und den Rest im Budget behalten. Schon diese Beträge ergeben im Modell nach 18 Jahren rund 19.370 € beziehungsweise 38.740 €. Wichtiger als die Höhe ist, dass der Sparplan dauerhaft läuft. Deine eigenen Varianten mit anderer Rendite oder Laufzeit kannst du im ETF-Rechner durchrechnen.

Wie sich das Kindergeld Schritt für Schritt in ein Junior-Depot verwandeln lässt, beschreibt auch Kamil Roszkowski, der Gründer dieser Website, in einem eigenen Kapitel seines Buchs „Reich durch Dividenden“. Dort geht es auch um den Zinseszinseffekt und die 72er-Regel, mit der du schnell abschätzen kannst, wann sich ein Betrag verdoppelt.

Junior-Depot eröffnen: Schritt für Schritt

Die Eröffnung eines Kinderdepots dauert etwas länger als die eines eigenen Depots, weil mehr Unterlagen nötig sind und meist beide Elternteile mitwirken müssen. Mit guter Vorbereitung ist sie trotzdem in ein bis zwei Wochen erledigt.

Diese Unterlagen brauchst du

  • Geburtsurkunde des Kindes (oft als Scan oder Foto hochzuladen)
  • Steuer-Identifikationsnummer des Kindes. Sie wird nach der Geburt automatisch per Post zugeschickt.
  • Ausweisdokumente beider sorgeberechtigter Elternteile
  • Eigenes Depot oder Konto eines Elternteils beim selben Anbieter, das verlangen einige Banken als Voraussetzung
  • Nachweis über das alleinige Sorgerecht, falls nur ein Elternteil sorgeberechtigt ist

Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Anbieter wählen. Vergleiche die Konditionen für Kinderdepots. Nicht jeder Broker bietet eines an, und manche verlangen, dass ein Elternteil dort bereits Kunde ist.
  2. Antrag ausfüllen. Du gibst die Daten des Kindes und beider Elternteile an. Bei vielen Anbietern läuft das komplett online oder per App.
  3. Identität bestätigen. Beide Elternteile legitimieren sich, meist per Video-Ident, per Online-Ausweisfunktion oder in einer Postfiliale. Bei manchen Anbietern muss der zweite Elternteil eine separate Einladung annehmen.
  4. Unterlagen hochladen. Geburtsurkunde und gegebenenfalls Sorgerechtsnachweis einreichen. Die Prüfung kann einige Tage dauern.
  5. Freistellungsauftrag erteilen. Direkt nach der Eröffnung stellst du den Freistellungsauftrag über 1.000 € für dein Kind aus. Wenn nötig, reichst du später die NV-Bescheinigung nach.
  6. Sparplan einrichten. Wähle den ETF über seine ISIN, die eindeutige Kennnummer eines Wertpapiers, lege Rate und Ausführungstag fest und richte einen Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto des Kindes ein. Wie das im Detail geht, zeigt unser Ratgeber ETF-Sparplan einrichten.

Großeltern, Paten und Verwandte einbeziehen

Ein Junior-Depot ist ideal, damit auch andere zum Vermögensaufbau beitragen. Statt des zehnten Plüschtiers können Großeltern oder Paten einen Betrag auf das Verrechnungskonto überweisen oder sogar einen eigenen monatlichen Dauerauftrag einrichten.

  • Kontodaten teilen: Gib Großeltern die IBAN des Verrechnungskontos. Der Verwendungszweck, etwa „Geburtstag 2026“, hilft dir später bei der Übersicht.
  • Anlassbezogen sparen: Geburtstage, Weihnachten oder die Einschulung sind gute Gelegenheiten für Einmalzahlungen.
  • Transparenz schaffen: Erzähl den Schenkenden ruhig einmal im Jahr, wie sich das Depot entwickelt. Das motiviert.
  • Steuerfrei: Großeltern können bis zu 200.000 € in zehn Jahren steuerfrei schenken. Bei normalen Beträgen musst du dir also keine Gedanken machen.

Bedenke: Auch Geld von Großeltern gehört mit der Einzahlung dem Kind, mit allen Folgen ab dem 18. Geburtstag.

Nach der Eröffnung: jährliche Routine

Einmal im Jahr, zum Beispiel am Geburtstag des Kindes, lohnt ein kurzer Blick aufs Depot: Passt die Sparrate noch? Ist der Freistellungsauftrag korrekt? Ist die NV-Bescheinigung noch gültig? Liegen die Erträge unter der Grenze der Familienversicherung? Das Kurs-Auf-und-Ab dazwischen kannst du getrost ignorieren.

Kinderdepot-Anbieter: Worauf du achten solltest

Viele Banken und Broker bieten inzwischen ein Junior-Depot an, darunter Scalable Capital, Trade Republic, Traders Place, die ING, comdirect, die DKB und die Consorsbank. Die Konditionen ändern sich regelmäßig, deshalb nennen wir hier bewusst keine Preise. Vergleiche lieber anhand dieser Kriterien:

Kriterium Worauf du achten solltest
Depotführung Keine Depotgebühr, auch nicht nach Ablauf einer Aktionszeit
ETF-Sparpläne Kostenlose Sparpläne auf die ETFs, die dich interessieren, schon ab kleinen Raten
Voraussetzungen Muss ein Elternteil bereits Kunde sein? Wie aufwendig ist die Legitimation beider Eltern?
Eröffnung Komplett online oder per App möglich? Wie lange dauert die Prüfung?
Zugriff Können beide Elternteile das Depot einsehen und verwalten?
Einzahlungen Dritter Können Großeltern bequem auf das Verrechnungskonto überweisen?
Übergang mit 18 Wie läuft die Umstellung auf das volljährige Kind ab? Bleibt das Depot kostenlos?
Sitz und Sicherheit Anbieter mit Sitz in der EU, Wertpapiere als Sondervermögen geschützt
Steuer Automatische Steuerabführung, Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung einfach hinterlegbar

Zur Sicherheit: Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen. Geht die Bank pleite, gehören sie weiterhin deinem Kind. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank abgesichert.

Neobroker oder Direktbank?

Neobroker wie Scalable Capital und Trade Republic punkten meist mit einer schlanken App und günstigen Sparplänen, Direktbanken wie ING, comdirect, DKB oder Consorsbank mit einem breiten Angebot inklusive Girokonto. Hast du schon ein eigenes Depot, ist ein Kinderdepot beim selben Anbieter oft am bequemsten. Einen ausführlichen Überblick über Kosten und Leistungen findest du in unserem Broker-Vergleich.

Frühstart-Rente: Was für Kinder geplant ist

Neben dem privaten Junior-Depot plant die Bundesregierung einen staatlichen Baustein für die Altersvorsorge von Kindern: die Frühstart-Rente. Stand September 2026 liegt dazu ein Gesetzentwurf vom 7. September 2026 vor. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht, Details können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern.

Was laut Entwurf geplant ist

  • 10 € pro Monat vom Staat für jedes Kind im Alter von 6 bis 17 Jahren.
  • Bis zu 1.440 € insgesamt über zwölf Jahre.
  • Anlage in Aktien in einem eigenen Altersvorsorgedepot.
  • Auszahlung grundsätzlich erst ab 65, das Geld ist also ausdrücklich für die Rente gedacht.
  • Geplanter Start am 1. Januar 2027, laut Entwurf sollen Kinder des Geburtsjahrgangs 2020 die Beiträge für 2026 nachträglich erhalten.

Was daraus werden kann

Auch hier hilft eine Modellrechnung, ohne Garantie: Werden 10 € im Monat über zwölf Jahre mit 6 % pro Jahr angelegt, stehen mit 18 rund 2.100 € im Depot. Bleibt das Geld bei gleicher Rendite bis zum 65. Geburtstag liegen, könnten daraus rund 35.000 € werden. Aus 1.440 € staatlichem Geld würde im Modell also ein Vielfaches. Wie viel es tatsächlich wird, hängt von der Entwicklung der Aktienmärkte und den Kosten des Altersvorsorgedepots ab.

Frühstart-Rente und Junior-Depot: kein Entweder-oder

Die geplante Frühstart-Rente ersetzt kein Junior-Depot. Die Unterschiede sind groß: Die Frühstart-Rente ist für die Rente reserviert, das Kinderdepot steht deinem Kind ab 18 zur freien Verfügung. Und die Beträge der Frühstart-Rente sind überschaubar. Sinnvoll ist, beides als Ergänzung zu sehen: die Frühstart-Rente als kleines, staatlich finanziertes Fundament für das Alter, das Junior-Depot für Ausbildung, Start ins Berufsleben und langfristigen Vermögensaufbau.

Ob Eltern später zusätzlich einzahlen können, wie die Anbieterauswahl funktioniert und was bei einem Wechsel gilt, wird sich erst mit dem endgültigen Gesetz zeigen. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, sobald es Neuigkeiten gibt.

Häufige Fehler beim Kinderdepot

Viele Probleme mit dem Junior-Depot entstehen nicht an der Börse, sondern durch vermeidbare Fehler bei Planung und Verwaltung.

  1. Die Schenkung unterschätzen. Wer später merkt, dass er das Geld eigentlich selbst braucht, kann es nicht zurückholen. Kläre vorher, ob das Geld wirklich dem Kind gehören soll.
  2. Keinen Freistellungsauftrag erteilen. Dann zieht die Bank ab dem ersten Euro Abgeltungsteuer ab, obwohl dein Kind eigentlich steuerfrei wäre.
  3. Die NV-Bescheinigung vergessen, wenn größere Gewinne anstehen. Ohne sie sind nur 1.000 € steuerfrei statt bis zu 13.348 €.
  4. Die Familienversicherung übersehen. Ein großer Verkauf mit hohem Gewinn in einem Jahr kann die Einkommensgrenze sprengen. Dann drohen eigene Krankenkassenbeiträge.
  5. Teure Produkte wählen. Kinderversicherungen, Fonds mit Ausgabeaufschlag oder Depots mit Gebühren kosten über 18 Jahre viel Rendite.
  6. Zu vorsichtig anlegen. Ein Sparbuch über 18 Jahre verliert nach Inflation oft an Kaufkraft. Bei langem Horizont ist ein breit gestreuter Aktien-ETF für viele die bessere Wahl, trotz der Schwankungen.
  7. Bei Kursrückgängen verkaufen. Wer in einem Crash panisch verkauft, macht Buchverluste zu echten Verlusten. Bei 18 Jahren Horizont hat ein Depot Zeit, sich zu erholen.
  8. Das Kind nicht einbeziehen. Ein 18-Jähriger, der zum ersten Mal von seinem Depot hört, geht damit meist sorgloser um als einer, der es seit Jahren begleitet.
  9. Die eigene Altersvorsorge vernachlässigen. Das Kinderdepot sollte nicht auf Kosten deines eigenen Notgroschens oder deiner Rente gehen.
  10. Den Zeitpunkt der Nutzung ignorieren. Wird das Geld zu einem festen Termin gebraucht, etwa zum Studienbeginn, sollte ein Teil einige Jahre vorher in sichere Anlagen wie Tagesgeld umgeschichtet werden. Ein Crash kurz vorher ließe sonst keine Zeit zur Erholung.

Checkliste: Junior-Depot in zehn Punkten

  1. Entscheidung getroffen: Junior-Depot auf das Kind oder Depot auf Elternnamen
  2. Eigene Finanzen geprüft: Notgroschen vorhanden, keine teuren Kredite
  3. Sparrate festgelegt, die dauerhaft ins Familienbudget passt
  4. Anbieter anhand der Kriterien verglichen
  5. Unterlagen bereit: Geburtsurkunde, Steuer-ID des Kindes, Ausweise beider Eltern
  6. Depot eröffnet, beide Elternteile legitimiert
  7. Freistellungsauftrag über 1.000 € erteilt, bei Bedarf NV-Bescheinigung eingereicht
  8. ETF-Sparplan auf einen breiten Welt-ETF eingerichtet, Dauerauftrag läuft
  9. Großeltern und Paten über die Einzahlungsmöglichkeit informiert
  10. Jährlicher Check im Kalender: Sparrate, Freibeträge, Familienversicherung, Gespräch mit dem Kind

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ich ein Junior-Depot eröffnen?

Ein Junior-Depot kannst du direkt nach der Geburt eröffnen, sobald dein Kind eine Steuer-Identifikationsnummer hat. Die kommt in der Regel automatisch per Post. Je früher du beginnst, desto länger kann das Geld wachsen. Aber auch ein Start mit sechs oder zwölf Jahren lohnt sich noch, die Summen fallen dann nur kleiner aus.

Darf ich Geld aus dem Kinderdepot wieder entnehmen?

Nicht für eigene Zwecke. Jede Einzahlung ist eine Schenkung an dein Kind und damit rechtlich bindend. Du verwaltest das Depot bis zum 18. Geburtstag nur im Interesse deines Kindes. Willst du flexibel bleiben, ist ein Depot auf deinen eigenen Namen die bessere Lösung, dann nutzt du allerdings deine eigenen Freibeträge.

Was passiert mit dem Junior-Depot am 18. Geburtstag?

Mit der Volljährigkeit endet die Verwaltung durch die Eltern. Die Bank stellt das Depot auf dein Kind als alleinigen Inhaber um, meist muss es sich dafür selbst legitimieren. Ab dann entscheidet es allein über das Geld. Deshalb ist es sinnvoll, dein Kind schon Jahre vorher einzubinden und über den Zweck des Geldes zu sprechen.

Wie viel Kapitalertrag ist im Kinderdepot steuerfrei?

Mit einem Freistellungsauftrag bleiben 1.000 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei. Hat dein Kind keine weiteren Einkünfte, kannst du beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung beantragen und beim Broker einreichen. Dann sind 2026 bis zu 13.348 € steuerfrei, also Grundfreibetrag plus Sparerpauschbetrag. Beachte aber die niedrigere Grenze der Familienversicherung.

Gefährdet ein Kinderdepot die Familienversicherung?

Nur bei höheren Erträgen. 2026 darf das Gesamteinkommen des Kindes 565 € im Monat nicht übersteigen, Kapitalerträge zählen nach Abzug des Sparerpauschbetrags mit. Ohne andere Einkünfte bleiben so grob bis zu 7.780 € Kapitalerträge im Jahr unkritisch. Kritisch sind vor allem große Verkaufsgewinne, die du auf mehrere Jahre verteilen kannst. Frag im Zweifel bei der Krankenkasse nach.

Welcher ETF eignet sich für ein Kinderdepot?

Für die meisten Familien reicht ein breit gestreuter Welt-ETF, etwa auf den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World. Ein thesaurierender ETF legt Erträge automatisch wieder an und ist deshalb besonders pflegeleicht. Achte auf niedrige laufende Kosten und wähle den ETF über seine ISIN aus.

Wird das Kinderdepot beim BAföG angerechnet?

Ja. Das Depot gehört dem Kind und zählt deshalb als sein Vermögen. Für Studierende unter 30 Jahren gilt ein Vermögensfreibetrag von 15.000 €, alles darüber mindert den BAföG-Anspruch. Ob das für dich eine Rolle spielt, hängt vor allem vom Einkommen der Eltern ab, das beim BAföG meist stärker ins Gewicht fällt.

Ersetzt die geplante Frühstart-Rente ein Junior-Depot?

Nein. Laut Gesetzentwurf soll der Staat ab 2027 für Kinder von 6 bis 17 Jahren 10 € im Monat in ein Altersvorsorgedepot zahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Ausgezahlt wird grundsätzlich erst ab 65. Das Junior-Depot steht deinem Kind dagegen ab 18 zur Verfügung. Beide Bausteine ergänzen sich, das Gesetz ist aber noch nicht beschlossen.

Fazit

Ein Junior-Depot ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, deinem Kind einen finanziellen Vorsprung mitzugeben. Der größte Hebel ist die Zeit: Schon 50 € im Monat können über 18 Jahre im Modell zu fast 20.000 € werden. Steuerlich profitiert dein Kind von eigenen Freibeträgen, mit NV-Bescheinigung bis zu 13.348 € im Jahr.

Vergiss aber nicht, dass das Geld deinem Kind gehört und es ab 18 allein darüber entscheidet. Behalte Familienversicherung und BAföG im Blick, setze auf einen günstigen Welt-ETF und binde dein Kind früh ein. Wie du den Sparplan konkret anlegst, zeigt unser Ratgeber ETF-Sparplan einrichten. Wer tiefer in Zinseszins und Kindergeld-Strategie einsteigen möchte, findet im Buch des Gründers „Reich durch Dividenden“ ein eigenes Kapitel zum Junior-Depot.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Mehr erfahren