Warum ein durchdachtes ETF-Portfolio?
Wenn du ein ETF-Portfolio zusammenstellen willst, stehst du vor einer riesigen Auswahl: Tausende ETFs auf Länder, Branchen, Themen und Strategien. Die gute Nachricht vorweg: Für ein ETF-Portfolio für Anfänger brauchst du nur einen Bruchteil davon. Ein Portfolio ist einfach die Gesamtheit deiner Geldanlagen, also alles, was in deinem Depot und auf deinen Sparkonten liegt.
Ein durchdachtes Portfolio hat drei Vorteile, die auf Dauer mehr zählen als jede clevere Einzelidee:
- Streuung: Ein ETF (ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Index wie den MSCI World nachbildet) enthält Hunderte oder Tausende Unternehmen. Geht eines pleite, fällt das im Gesamtbild kaum ins Gewicht. Wie das funktioniert, erklären wir ausführlich im Artikel Was ist ein ETF?.
- Niedrige Kosten: Breit gestreute Welt-ETFs kosten meist nur 0,10 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Jeder Zehntelprozentpunkt, den du sparst, bleibt über Jahrzehnte in deinem Depot und wächst mit.
- Einfachheit: Ein Portfolio, das du verstehst, hältst du auch in schlechten Börsenphasen durch. Genau das entscheidet am Ende über deinen Erfolg.
Das Ziel dieses Ratgebers ist deshalb kein „perfektes“ Portfolio, sondern eines, das zu dir passt, wenig Arbeit macht und das du 20 oder 30 Jahre lang durchziehen kannst.
Das Grundprinzip: risikoreicher und risikoarmer Teil
Jedes Portfolio besteht im Kern aus zwei Bausteinen. Der risikoreiche Teil sind deine Aktien-ETFs. Sie bringen langfristig die Rendite, schwanken aber stark. Der risikoarme Teil ist Geld, das kaum schwankt, zum Beispiel auf dem Tagesgeldkonto. Er bringt wenig Rendite, federt Börsenabstürze aber ab.
Die wichtigste Entscheidung beim Zusammenstellen ist nicht, welcher Welt-ETF der beste ist. Sondern, wie viel deines Geldes überhaupt in Aktien fließt. Diesen Anteil nennt man Aktienquote.
Die Aktienquote nach deiner Verlusttoleranz wählen
Welt-Aktienindizes sind in der Vergangenheit immer wieder um die Hälfte eingebrochen. Der MSCI World verlor in Euro gerechnet in seiner schlimmsten Phase 53,6 Prozent. So etwas kann wieder passieren. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie viel Verlust hältst du aus, ohne in Panik zu verkaufen?
Die Faustformel ist einfach: Aktienanteil × Einbruch = ungefährer Verlust deines Gesamtvermögens. Nehmen wir an, deine Aktien-ETFs fallen um 50 Prozent und dein risikoarmer Teil bleibt stabil. Bei einem Depot von 10.000 Euro sieht das so aus:
| Aktienquote | Risikoarmer Anteil | Verlust bei −50 % Aktien | Vermögen danach (von 10.000 €) |
|---|---|---|---|
| 100 % | 0 % | −50 % | 5.000 € |
| 80 % | 20 % | −40 % | 6.000 € |
| 60 % | 40 % | −30 % | 7.000 € |
| 40 % | 60 % | −20 % | 8.000 € |
| 20 % | 80 % | −10 % | 9.000 € |
Bei 100 Prozent Aktien ist dein Depot also im schlimmsten Fall halbiert. Bei 60 Prozent Aktien und 40 Prozent risikoarmem Anteil verlierst du „nur“ rund 30 Prozent. Das ist immer noch schmerzhaft, aber für viele Menschen deutlich leichter zu ertragen.
Stell dir die Situation konkret vor: Du hast jahrelang gespart, und plötzlich fehlt ein großer Teil. In den Nachrichten ist von Rezession die Rede. Würdest du ruhig weitersparen? Wenn du ehrlich zweifelst, wähle eine niedrigere Aktienquote. Eine Quote, die du durchhältst, ist besser als eine höhere, bei der du im Crash verkaufst. Welche Denkfehler Anleger in solchen Momenten machen, liest du bei den typischen Psychologie-Fehlern an der Börse.
Was gehört in den risikoarmen Teil?
Der risikoarme Anteil soll vor allem eines: stabil sein. Rendite ist hier zweitrangig. Geeignet sind:
- Tagesgeld und Festgeld: Geld auf dem Konto einer Bank in der EU ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Tagesgeld ist täglich verfügbar, Festgeld ist für eine feste Laufzeit gebunden.
- Geldmarkt-ETFs: Sie legen das Geld in sehr kurzfristige Zinsanlagen an und schwanken kaum. Als Fondsvermögen sind sie Sondervermögen, also auch bei einer Pleite des Anbieters geschützt, fallen aber nicht unter die Einlagensicherung.
- ETFs auf kurzlaufende Staatsanleihen: Anleihen sind verzinste Schuldscheine. Für den risikoarmen Teil eignen sich ETFs auf Staatsanleihen in Euro mit guter Bonität (also von Staaten, die ihre Schulden sehr zuverlässig zurückzahlen) und kurzer Laufzeit. Je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Kursschwankungen.
Wichtig: Dein Notgroschen ist nicht Teil dieses Portfolios. Er liegt getrennt auf einem Tagesgeldkonto und ist für Notfälle reserviert. Der risikoarme Anteil kommt erst obendrauf. Wie hoch dein Notgroschen sein sollte, kannst du mit dem Notgroschen-Rechner ermitteln.
Aus steuerlicher Sicht gilt: Die 30-prozentige Teilfreistellung gibt es nur für Aktien-ETFs. Zinsen vom Tagesgeld und Erträge aus Geldmarkt- oder Anleihe-ETFs werden ohne diesen Rabatt besteuert. Für die meisten Einsteiger fällt das aber kaum ins Gewicht, solange die Erträge innerhalb des Sparerpauschbetrags bleiben.
ETF-Portfolio zusammenstellen in 6 Schritten
Die folgenden sechs Schritte führen dich vom leeren Blatt zum laufenden Portfolio.
- Ziel und Anlagehorizont klären. Wofür sparst du, und wann brauchst du das Geld? Für die Altersvorsorge in 30 Jahren passt ein anderes Portfolio als für ein Eigenheim in acht Jahren. Unser Ratgeber zum Anlagehorizont hilft dir, deine Ziele zeitlich zu sortieren.
- Aktienquote festlegen. Nutze die Tabelle oben: Wie viel Verlust verkraftest du finanziell und nervlich? Schreib die Quote auf, zum Beispiel „80 Prozent Aktien, 20 Prozent Tagesgeld“.
- Aktien-Baustein wählen. Entscheide, ob du einen einzigen Welt-ETF nimmst oder zwei bis drei ETFs kombinierst. Die Beispiel-Portfolios im nächsten Abschnitt zeigen die gängigen Varianten.
- Konkrete ETFs auswählen. Für jeden Baustein suchst du einen passenden ETF anhand von Kriterien wie Kosten, Fondsgröße und Fondsdomizil. Die Checkliste dazu findest du weiter unten.
- Umsetzen. Du eröffnest ein Depot, richtest Sparpläne ein und verteilst deine monatliche Rate entsprechend deiner Aufteilung.
- Pflegen. Einmal im Jahr prüfst du, ob die Gewichtung noch stimmt, und gleichst sie bei Bedarf aus. Den Rest der Zeit lässt du das Portfolio in Ruhe.
Viele Einsteiger verbringen Wochen mit Schritt 4 und vernachlässigen Schritt 2. Dabei entscheidet die Aktienquote viel stärker über Rendite und Schwankungen als die Frage, ob dein Welt-ETF 0,12 oder 0,20 Prozent kostet.
ETF-Portfolio Beispiele: Von einem bis drei ETFs
Die folgenden Beispiele zeigen die verbreitetsten Varianten für den Aktienteil. Jede davon lässt sich mit einem risikoarmen Anteil kombinieren, je nachdem, welche Aktienquote du gewählt hast. Die Beispiele sind Denkmodelle, keine Empfehlung für bestimmte Produkte.
| Portfolio | Aufteilung Aktienteil | Schwellenländer-Anteil | Anzahl ETFs | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| 1-ETF-Lösung | 100 % FTSE All-World oder MSCI ACWI | rund 10–12 % (Marktgewicht) | 1 | sehr gering |
| 2-ETF-Lösung 88/12 | 88 % MSCI World + 12 % MSCI Emerging Markets | rund 12 % | 2 | gering |
| 2-ETF-Lösung 70/30 | 70 % MSCI World + 30 % MSCI Emerging Markets | 30 % | 2 | gering |
| 3-ETF-Lösung | z. B. 70 % MSCI World + 20 % Emerging Markets + 10 % World Small Cap | 20 % | 3 | mittel |
Die 1-ETF-Lösung: ein Welt-ETF für alles
Ein ETF auf den FTSE All-World oder den MSCI ACWI enthält Industrie- und Schwellenländer in ihrem natürlichen Marktgewicht. Die Schwellenländer machen darin rund 10 bis 12 Prozent aus. Du deckst damit mit einem einzigen Produkt große und mittelgroße Unternehmen aus aller Welt ab.
Ein bekanntes Beispiel ist der Vanguard FTSE All-World mit laufenden Kosten (TER) von 0,14 Prozent pro Jahr. Die Unterschiede zwischen den Welt-Indizes erklären wir im Vergleich MSCI World vs. FTSE All-World.
- Vorteile: maximal einfach, kein Rebalancing innerhalb des Aktienteils nötig, niedrige Kosten, auch mit kleinen Sparraten umsetzbar.
- Nachteile: Du kannst die Gewichtung einzelner Regionen nicht selbst steuern. Die USA haben auch hier einen großen Anteil.
Wenn du unsicher bist, ist diese Variante ein sehr guter Startpunkt. Sie ist nicht schlechter als die anderen und auch nicht „zu einfach“.
Die 2-ETF-Lösung: MSCI World plus Schwellenländer
Hier kombinierst du einen ETF auf den MSCI World mit einem Emerging Markets ETF, also einem ETF auf Schwellenländer wie China, Indien, Taiwan oder Brasilien. Der MSCI World enthält nur Industrieländer, die USA machen darin rund 70 Prozent aus. Ein bekanntes Beispiel ist der iShares Core MSCI World mit einer TER von 0,20 Prozent.
Bei der Aufteilung gibt es zwei verbreitete Varianten:
- 88/12: Diese Aufteilung bildet grob den Gesamtmarkt nach, also ungefähr das, was auch ein All-World-ETF enthält. Du hast dann zwei ETFs statt einem, aber inhaltlich kaum einen Unterschied.
- 70/30: Das 70/30-Portfolio gewichtet die Schwellenländer bewusst höher als ihren Anteil am weltweiten Börsenwert. Wer so aufteilt, setzt darauf, dass Schwellenländer wirtschaftlich aufholen, und möchte gleichzeitig die USA etwas geringer gewichten.
Wichtig bei 70/30: Das ist eine bewusste Wette, keine neutrale Grundeinstellung. Schwellenländer schwanken stärker als Industrieländer. Der MSCI Emerging Markets verlor in Euro gerechnet in der Spitze fast 60 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren lagen sie außerdem deutlich hinter dem MSCI World. Ob sich das umkehrt, weiß niemand.
- Vorteile: Du steuerst den Schwellenländer-Anteil selbst. MSCI-World-ETFs gibt es bei sehr vielen Brokern als Sparplan.
- Nachteile: Zwei Sparpläne, gelegentliches Rebalancing, etwas mehr Überblick nötig.
Die 3-ETF-Lösung: mit Small Caps
Die gängigen Welt-Indizes enthalten nur große und mittelgroße Unternehmen. Small Caps sind kleinere börsennotierte Unternehmen. Wer sie dazunehmen möchte, ergänzt einen dritten ETF, zum Beispiel auf den MSCI World Small Cap, mit einem kleinen Anteil von etwa 10 Prozent.
Small Caps erhöhen die Streuung auf noch mehr Unternehmen. Sie haben historisch in manchen Phasen besser, in anderen deutlich schlechter abgeschnitten als große Werte. Einen verlässlichen Renditevorteil solltest du dir davon nicht versprechen.
- Vorteile: noch breitere Streuung, Feinsteuerung möglich.
- Nachteile: drei Sparpläne, höhere Kosten der Small-Cap-ETFs, mehr Rebalancing, und der Mehrwert gegenüber der 1-ETF-Lösung ist klein.
Beispiele inklusive risikoarmem Anteil
So sehen die Varianten als komplettes Portfolio aus, wenn du sie mit einem risikoarmen Anteil kombinierst:
| Typ | Aktienteil | Risikoarmer Teil | Möglicher Verlust bei −50 % Aktien |
|---|---|---|---|
| Offensiv | 100 % All-World-ETF | 0 % | rund −50 % |
| Wachstum | 56 % MSCI World + 24 % EM (70/30 von 80 %) | 20 % Tagesgeld | rund −40 % |
| Ausgewogen | 60 % All-World-ETF | 40 % Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF | rund −30 % |
| Vorsichtig | 40 % All-World-ETF | 60 % Tagesgeld, Festgeld oder kurzlaufende Staatsanleihen | rund −20 % |
Die Verlustwerte sind grobe Näherungen nach der Faustformel. Schwellenländer können in einem Crash auch stärker fallen als der Rest der Welt, dann fällt der Verlust entsprechend etwas höher aus.
Wie viele ETFs brauchst du?
Die kurze Antwort: ein bis drei. Mehr bringen in der Regel keinen zusätzlichen Nutzen, sondern nur Arbeit.
Der Grund sind Überschneidungen. Ein Welt-ETF enthält bereits die großen Unternehmen aus den USA, Europa und Japan. Kaufst du zusätzlich einen ETF auf den S&P 500, einen auf Europa und einen auf Technologie, besitzt du viele Firmen zwei- oder dreimal. Das sieht nach Streuung aus, ist aber in Wahrheit eine Konzentration auf dieselben Unternehmen.
Typisch ist ein Depot aus MSCI World, S&P 500 und Nasdaq-ETF: Alle drei gewichten große US-Technologiekonzerne stark. Die Kombination verstärkt also einen Schwerpunkt, statt Risiken zu verteilen.
Dazu kommt die Komplexität. Jeder weitere ETF bedeutet einen weiteren Sparplan, eine weitere Position beim Rebalancing und eine weitere Zeile in der Steuerbescheinigung. Mit acht ETFs verlierst du leicht den Überblick darüber, wie dein Geld eigentlich verteilt ist.
| Anzahl ETFs | Einschätzung |
|---|---|
| 1 | Völlig ausreichend, wenn es ein Welt-ETF mit Schwellenländern ist |
| 2–3 | Sinnvoll, wenn du Regionen oder Small Caps gezielt gewichten möchtest |
| 4–5 | Nur mit klarem Plan, sonst meist unnötige Doppelungen |
| mehr als 5 | In der Regel zu komplex, Streuung verbessert sich kaum noch |
ETF auswählen: Kriterien-Checkliste
Hast du dich für deine Bausteine entschieden, suchst du für jeden einen konkreten ETF. Auf beliebte Indizes wie den MSCI World gibt es Dutzende Produkte verschiedener Anbieter. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl:
| Kriterium | Was es bedeutet | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Index | Welchen Markt der ETF nachbildet | Passt der Index zu deinem Baustein (z. B. MSCI World, FTSE All-World, MSCI EM)? |
| TER | Laufende Kosten pro Jahr in Prozent | Welt-ETFs meist 0,10–0,25 %; niedriger ist besser, aber nicht allein entscheidend |
| Tracking Difference | Abweichung der ETF-Rendite von der Indexrendite | Möglichst klein über mehrere Jahre; zeigt die tatsächlichen Kosten besser als die TER |
| Fondsvolumen | Wie viel Geld im ETF steckt | Ab mehreren hundert Millionen Euro gilt als solide; sehr kleine ETFs werden eher geschlossen |
| Replikationsmethode | Wie der ETF den Index abbildet | Physisch vollständig, physisch optimiert oder synthetisch (siehe unten) |
| Ertragsverwendung | Was mit Dividenden passiert | Thesaurierend (wird wieder angelegt) oder ausschüttend (wird ausgezahlt) |
| Fondsdomizil | In welchem Land der Fonds aufgelegt ist | Bei Welt- und US-lastigen ETFs meist Irland |
| Sparplanfähigkeit | Ob dein Broker einen Sparplan anbietet | Idealerweise kostenlos besparbar |
| ISIN | Internationale Wertpapierkennnummer | Damit findest du genau die richtige Variante im Depot |
Replikationsmethode verständlich erklärt
Ein physisch vollständig replizierender ETF kauft alle Aktien des Index. Ein physisch optimierter ETF kauft nur eine repräsentative Auswahl, was bei Indizes mit Tausenden kleinen Werten Kosten spart. Ein synthetischer ETF bildet die Indexrendite über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Bank nach. Alle drei Methoden sind reguliert und für Privatanleger nutzbar. Viele Einsteiger fühlen sich mit physischen ETFs wohler, weil sie leichter zu verstehen sind.
Warum das Fondsdomizil Irland oft Vorteile hat
US-Unternehmen zahlen Dividenden an ausländische Fonds nicht vollständig aus, ein Teil wird als Quellensteuer einbehalten. Fonds mit Sitz in Irland zahlen bei US-Dividenden durch ein Abkommen auf Fondsebene 15 Prozent Quellensteuer statt 30 Prozent. Bei einem Welt-ETF mit rund 70 Prozent USA-Anteil bleibt so mehr Geld im Fonds. Deshalb sind die meisten großen Welt-ETFs in Irland aufgelegt. Du erkennst das an der ISIN, die dann mit „IE“ beginnt.
Thesaurierend oder ausschüttend?
Für den Vermögensaufbau wählen viele Anleger thesaurierende ETFs, weil die Erträge automatisch wieder angelegt werden. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden regelmäßig aufs Verrechnungskonto aus. Das kann sinnvoll sein, wenn du laufende Einnahmen möchtest oder deinen Sparerpauschbetrag gezielt nutzen willst. Die Vor- und Nachteile beider Varianten, inklusive Vorabpauschale, erklären wir bei thesaurierend vs. ausschüttend.
Wer bewusst auf regelmäßige Ausschüttungen setzen möchte, findet in unserem Ratgeber zur Dividenden-Strategie eine Einordnung, wie Dividenden-ETFs und ein Welt-ETF zusammenpassen können. Beachte dabei, dass Dividenden-ETFs mit 0,25 bis 0,40 Prozent meist teurer sind als Welt-ETFs.
Regionen, Faktoren, Themen: Was sinnvoll ist und was nicht
Neben den breiten Welt-ETFs gibt es unzählige spezialisierte Produkte. Manche können einen Platz im Portfolio haben, viele erhöhen aber vor allem das Risiko.
Themen-ETFs
Themen-ETFs setzen auf einen Trend wie künstliche Intelligenz, Robotik, Wasserstoff oder Cybersicherheit. Sie klingen spannend, haben aber mehrere Schwächen: Sie sind meist teurer als Welt-ETFs, enthalten oft nur wenige Dutzend Unternehmen und werden häufig dann aufgelegt, wenn ein Thema schon sehr beliebt und entsprechend teuer ist. Nach dem Hype folgen nicht selten lange Durststrecken.
Wenn du einem Thema unbedingt folgen möchtest, begrenze es auf einen kleinen Anteil, etwa 5 bis 10 Prozent, und betrachte es als Spielgeld, nicht als Fundament.
Sektor-ETFs
Sektor-ETFs bilden eine einzelne Branche ab, etwa Technologie, Gesundheit oder Energie. Ein Welt-ETF enthält alle Branchen bereits in ihrem Marktgewicht. Wer zusätzlich einen Technologie-ETF kauft, verstärkt einen Bereich, der im Welt-ETF ohnehin sehr groß ist. Für ein Einsteigerportfolio sind Sektor-ETFs nicht nötig.
Länder-ETFs als Klumpenrisiko
Ein ETF auf ein einzelnes Land, etwa den DAX oder Japan, konzentriert dein Geld auf eine Volkswirtschaft. Ein solches Klumpenrisiko (eine zu starke Konzentration auf einen Bereich) kann sich über Jahrzehnte rächen: Der japanische Leitindex Nikkei 225 brauchte nach seinem Höchststand von 1989 rund 34 Jahre, um diesen wieder zu übertreffen. Ein weltweit gestreutes Portfolio verteilt dieses Risiko.
Home Bias: die Vorliebe für das eigene Land
Viele Anleger investieren überdurchschnittlich stark in ihr Heimatland, weil sie die Unternehmen kennen. Das nennt man Home Bias. Deutschland macht aber nur wenige Prozent des weltweiten Börsenwerts aus. Wer einen DAX-ETF als Hauptbaustein nutzt, setzt einen großen Teil seines Vermögens auf ein kleines Land, in dem er zudem schon Job und Rentenansprüche hat. Ein Welt-ETF enthält deutsche Unternehmen bereits in ihrem Marktgewicht.
Den USA-Anteil einordnen
Im MSCI World machen US-Unternehmen rund 70 Prozent aus, in All-World-Indizes etwas weniger. Das beunruhigt viele Einsteiger. Der hohe Anteil entsteht, weil die US-Börse schlicht den größten Teil des weltweiten Börsenwerts ausmacht. Viele dieser Konzerne verdienen ihr Geld zudem weltweit, nicht nur in den USA.
Trotzdem ist die Konzentration ein echtes Risiko: Wenn die US-Börse über Jahre schwächelt, spürt das ein Welt-Portfolio deutlich. Wer den USA-Anteil verringern möchte, kann Schwellenländer höher gewichten, zum Beispiel mit der 70/30-Aufteilung. Einen „richtigen“ USA-Anteil gibt es nicht. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung verstehst und dabeibleibst.
Faktoren: Small Caps, Value und Co.
Faktor-ETFs gewichten Aktien nach bestimmten Merkmalen, zum Beispiel kleine Unternehmen (Small Caps), günstig bewertete Unternehmen (Value) oder solche mit geringen Schwankungen. Manche dieser Merkmale brachten historisch über lange Zeiträume Zusatzrenditen, liefen aber auch mal zehn Jahre und länger schlechter als der Gesamtmarkt. Für Einsteiger sind Faktoren eine Beimischung, keine Pflicht.
Rebalancing einfach erklärt
Über die Zeit entwickeln sich deine Bausteine unterschiedlich. Steigen die Aktien stark, wächst ihr Anteil am Portfolio über deine Zielquote hinaus. Du trägst dann mehr Risiko als geplant. Fallen sie, sinkt ihr Anteil. Rebalancing heißt, die ursprüngliche Aufteilung wiederherzustellen.
Ein Rechenbeispiel mit Zahlen
Du startest mit 20.000 Euro und einer Zielaufteilung von 60 Prozent Aktien-ETF und 40 Prozent Tagesgeld, also 12.000 Euro und 8.000 Euro. Die Zinsen auf dem Tagesgeld lassen wir zur Vereinfachung weg.
Szenario 1: Die Aktien steigen um 25 Prozent.
- Aktien-ETF: 12.000 € × 1,25 = 15.000 €
- Tagesgeld: 8.000 €
- Gesamt: 23.000 €, Aktienanteil jetzt rund 65,2 Prozent
Die Aktienquote liegt gut 5 Prozentpunkte über dem Ziel. Um wieder auf 60 Prozent zu kommen, sollten 13.800 Euro in Aktien stecken (60 Prozent von 23.000 Euro). Du müsstest also 1.200 Euro vom ETF ins Tagesgeld umschichten.
Szenario 2: Die Aktien fallen um 40 Prozent.
- Aktien-ETF: 12.000 € × 0,6 = 7.200 €
- Tagesgeld: 8.000 €
- Gesamt: 15.200 €, Aktienanteil jetzt rund 47,4 Prozent
Jetzt liegt die Aktienquote deutlich unter dem Ziel. Für 60 Prozent bräuchtest du 9.120 Euro in Aktien. Du würdest also 1.920 Euro aus dem Tagesgeld nachkaufen, und zwar zu gefallenen Kursen. Genau das ist der Charme des Rebalancings: Es sorgt fast automatisch dafür, dass du nach Anstiegen etwas Risiko herausnimmst und nach Einbrüchen günstig nachkaufst. Emotional ist das oft schwer, deshalb hilft eine feste Regel.
Wann rebalancieren?
Zwei einfache Regeln haben sich bewährt:
- Nach Kalender: einmal im Jahr, zum Beispiel immer im Januar oder an deinem Geburtstag.
- Nach Schwelle: wenn eine Position mehr als 5 Prozentpunkte von ihrem Zielwert abweicht, also etwa bei einer Zielquote von 60 Prozent unter 55 oder über 65 Prozent fällt oder steigt.
Du kannst beide kombinieren: Einmal im Jahr schaust du nach und handelst nur, wenn die Abweichung größer als 5 Prozentpunkte ist. Häufigeres Rebalancing bringt meist keinen Vorteil, sondern nur mehr Aufwand.
Rebalancing über die Sparrate statt über Verkäufe
Verkäufe haben zwei Nachteile: Auf realisierte Gewinne können Steuern anfallen, und jede Order kostet eventuell Gebühren. Eleganter ist es, die Gewichtung über neue Sparraten auszugleichen. Du leitest dein neues Geld einfach eine Zeit lang in den Baustein, der zu klein geworden ist.
Im Szenario 1 oben müsstest du dafür 2.000 Euro zusätzlich ins Tagesgeld sparen: Dann stehen 15.000 Euro Aktien 10.000 Euro Tagesgeld gegenüber, bei 25.000 Euro gesamt sind das genau 60 Prozent. Sparst du monatlich 500 Euro, ist das nach vier Monaten erledigt, ganz ohne Verkauf.
Das Gleiche funktioniert zwischen zwei Aktien-ETFs. Angenommen, dein 70/30-Portfolio aus 7.000 Euro MSCI World und 3.000 Euro Emerging Markets hat sich so entwickelt, dass der World-ETF um 30 Prozent gestiegen ist und der EM-ETF unverändert blieb. Dann steckt in beiden zusammen 12.100 Euro, das Verhältnis beträgt rund 75 zu 25. Leitest du die nächsten 900 Euro komplett in den Schwellenländer-ETF, bist du wieder bei 70 zu 30.
Portfolio nach Lebensphase
Deine Aktienquote ist keine Entscheidung für immer. Sie hängt vor allem davon ab, wann du das Geld brauchst. Je länger dein Anlagehorizont, desto mehr Zeit haben die Kurse, sich nach einem Einbruch zu erholen.
| Lebensphase | Typische Situation | Mögliche Aktienquote |
|---|---|---|
| Berufseinstieg, 20er bis frühe 30er | Langer Horizont, kleines Vermögen, laufende Sparrate | hoch, oft 80–100 % |
| Familie, Hausbau, 30er bis 40er | Mehrere Ziele mit unterschiedlichen Horizonten | je Ziel unterschiedlich |
| 50er bis Rentenbeginn | Kürzer werdender Horizont für die Altersvorsorge | schrittweise sinkend |
| Ruhestand | Regelmäßige Entnahmen, aber oft noch 20 Jahre und mehr Horizont | gemischt, z. B. 40–60 % |
Diese Werte sind nur Orientierung. Entscheidend sind deine Verlusttoleranz und deine persönliche Lage. Ein 25-Jähriger, der bei Kursverlusten nicht schlafen kann, ist mit 60 Prozent Aktien vielleicht besser beraten als mit 100.
Umschichten vor dem Geldbedarf
Brauchst du einen größeren Betrag zu einem festen Zeitpunkt, zum Beispiel für eine Immobilie, solltest du ihn nicht bis zum letzten Tag in Aktien lassen. Ein Crash kurz vorher könnte den Plan zerstören. Viele Anleger beginnen deshalb etwa fünf bis zehn Jahre vor dem Ziel, schrittweise in den risikoarmen Teil umzuschichten, zum Beispiel jedes Jahr einen Teil.
Auch hier hilft die Sparrate: Lenke neue Einzahlungen zunehmend in Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihe-ETFs, statt bestehende ETF-Anteile auf einen Schlag zu verkaufen. Ab dem Rentenbeginn musst du übrigens nicht alles umschichten. Geld, das du erst in 15 oder 20 Jahren entnimmst, kann weiter in Aktien arbeiten.
Portfolios für Kinder
Für Kinder ist der Anlagehorizont oft besonders lang, etwa bis zum 18. Geburtstag oder darüber hinaus. Ein einfacher Welt-ETF mit hoher Aktienquote ist deshalb eine verbreitete Wahl. Was du bei einem Depot auf den Namen des Kindes rechtlich und steuerlich beachten musst, erklären wir im Ratgeber zum Junior-Depot.
Umsetzung mit Sparplan
Hast du deine Aufteilung festgelegt, setzt du sie am einfachsten mit einem oder mehreren ETF-Sparplänen um. Ein Sparplan kauft jeden Monat automatisch für einen festen Betrag Anteile, du musst dich um nichts kümmern. Die einzelnen Schritte von der Depoteröffnung bis zum Freistellungsauftrag findest du in unserer Anleitung ETF-Sparplan einrichten.
Den passenden Broker finden
Für ein ETF-Portfolio brauchst du ein Depot, das diese Punkte erfüllt:
- keine Depotgebühren,
- kostenlose oder sehr günstige Sparpläne für die ETFs, die du ausgewählt hast,
- ausreichend niedrige Mindestrate, damit du auch kleine Beträge aufteilen kannst,
- automatische Abführung der Steuern.
Welche Anbieter das bieten, zeigt unser Broker-Vergleich. Prüfe vor der Entscheidung, ob alle deine Wunsch-ETFs dort sparplanfähig sind.
Die Sparrate aufteilen
Die Aufteilung deiner Rate folgt deiner Zielgewichtung. Einige Beispiele bei 200 Euro im Monat:
| Portfolio | Aufteilung der 200 € |
|---|---|
| 1 Welt-ETF, 100 % Aktien | 200 € All-World-ETF |
| 70/30, 100 % Aktien | 140 € MSCI World + 60 € Emerging Markets |
| 88/12, 100 % Aktien | 176 € MSCI World + 24 € Emerging Markets |
| All-World, 80 % Aktien | 160 € All-World-ETF + 40 € Tagesgeld (Dauerauftrag) |
Den risikoarmen Anteil kannst du einfach per Dauerauftrag aufs Tagesgeldkonto überweisen oder, wenn dein Broker das anbietet, über einen Sparplan auf einen Geldmarkt-ETF besparen.
Mindestraten und kleine Beträge
Viele Broker erlauben Sparpläne schon ab wenigen Euro, bei manchen liegt die Mindestrate höher, etwa bei 25 oder 50 Euro. Das spielt eine Rolle, wenn du eine kleine Rate auf mehrere ETFs verteilen willst. Mit 50 Euro im Monat ist eine Aufteilung auf drei ETFs wenig sinnvoll. Hier ist die 1-ETF-Lösung klar im Vorteil. Du kannst später immer noch auf zwei ETFs umsteigen, wenn deine Rate wächst.
Was aus deiner Rate werden kann
Mit dem ETF-Rechner kannst du ausprobieren, wie sich verschiedene Sparraten entwickeln könnten. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent pro Jahr ergeben sich folgende Werte:
| Monatliche Rate | Laufzeit | Eingezahlt | Mögliches Endvermögen (6 % p. a.) |
|---|---|---|---|
| 100 € | 20 Jahre | 24.000 € | rund 46.200 € |
| 200 € | 25 Jahre | 60.000 € | rund 138.600 € |
| 500 € | 20 Jahre | 120.000 € | rund 231.000 € |
Die Werte sind vor Steuern und Kosten gerechnet. Die tatsächliche Rendite kann höher oder niedriger ausfallen, und in einzelnen Jahren sind deutliche Verluste möglich. Mit einem risikoarmen Anteil fällt die erwartete Rendite des Gesamtportfolios niedriger aus. Wie viel nach Steuern übrig bleiben kann, zeigt der Brutto-Netto-Vergleich. Dass bei Aktien-ETFs 30 Prozent der Erträge steuerfrei sind, erklären wir bei der Teilfreistellung.
Historische Renditen der wichtigsten Indizes
Welche Rendite kannst du von deinem Portfolio erwarten? Niemand kennt die Zukunft, aber ein Blick auf die Vergangenheit gibt eine Vorstellung von Chancen und Risiken. Die folgende Tabelle zeigt annualisierte Renditen, also die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung mit Zinseszinseffekt, laut MSCI-Factsheets mit Stand 31.08.2026:
| Index | Währung / Variante | 10 Jahre p. a. | Seit Beginn der Datenreihe p. a. | Größter Einbruch |
|---|---|---|---|---|
| MSCI World | EUR, netto | 12,53 % | 6,64 % (seit Ende 2000) | −53,6 % |
| MSCI ACWI | EUR, netto | 12,10 % | 6,59 % (seit Ende 2000) | −53,06 % |
| MSCI Emerging Markets | EUR, netto | 8,83 % | 8,26 % (seit Ende 2000) | −59,79 % |
| MSCI Europe | EUR, netto | 9,31 % | 5,59 % (seit 1998) | −58,54 % |
| MSCI USA | USD, brutto | 15,35 % | 11,66 % (seit 1987) | – |
| MSCI ACWI High Dividend Yield | USD, brutto | 10,31 % | 10,00 % (seit 1994) | – |
„Netto“ bedeutet, dass Dividenden nach Abzug von Quellensteuern wieder angelegt wurden, „brutto“ vor diesem Abzug. Die Werte in US-Dollar sind nicht direkt mit den Euro-Werten vergleichbar, weil Wechselkursschwankungen die Rendite für Anleger aus dem Euroraum erhöhen oder verringern. Auch die unterschiedlichen Startjahre machen einen direkten Vergleich schwierig. Kosten und Steuern eines ETFs sind in den Indexwerten nicht enthalten.
Was diese Zahlen bedeuten
Drei Dinge fallen auf. Erstens: Die vergangenen zehn Jahre waren außergewöhnlich gut, vor allem für US-Aktien. Über die längeren Zeiträume seit dem Jahr 2000 liegen MSCI World und ACWI in Euro bei rund 6,6 Prozent pro Jahr. Dieser Zeitraum enthält zwei schwere Crashs in seinem ersten Jahrzehnt und ist deshalb eine eher vorsichtige Messlatte. Für eigene Planungen sind vorsichtige Annahmen wie 5 bis 6 Prozent vor Kosten sinnvoller als die zweistelligen Werte der letzten Dekade.
Zweitens: Jeder Index, für den ein größter Einbruch angegeben ist, hat zwischenzeitlich mehr als die Hälfte verloren. Das ist kein Ausnahmefall, sondern Teil der Aktienanlage. Deine Aktienquote sollte so gewählt sein, dass du einen solchen Einbruch überstehst.
Drittens: Die Reihenfolge wechselt. Die Schwellenländer lagen seit 2000 vor dem MSCI World, in den letzten zehn Jahren aber deutlich dahinter. Wer vor zehn Jahren auf eine Region gesetzt hat, weil sie zuvor besser lief, wurde oft enttäuscht. Ein breit gestreutes Portfolio muss nicht vorhersagen, welche Region als Nächstes vorn liegt.
Häufige Fehler beim ETF-Portfolio
Die meisten Fehler entstehen nicht bei der Auswahl, sondern im Verhalten. Diese Punkte solltest du kennen:
- Zu viele ETFs: Acht oder zehn Positionen mit starken Überschneidungen bringen keine bessere Streuung, sondern nur Unübersichtlichkeit.
- Aktienquote zu hoch gewählt: In guten Börsenjahren fühlt sich 100 Prozent Aktien leicht an. Erst im Crash zeigt sich, ob du wirklich so viel Schwankung verträgst.
- Im Crash verkaufen: Wer nach einem Einbruch aussteigt, macht Buchverluste endgültig und verpasst oft die Erholung.
- Der Performance hinterherlaufen: Den ETF zu kaufen, der im letzten Jahr am besten lief, ist eine der teuersten Gewohnheiten. Oft ist das Thema dann schon teuer bewertet.
- Ständiges Umbauen: Jeder neue Artikel bringt eine neue Idee. Ein Portfolio, das alle paar Monate umgebaut wird, verursacht Kosten und Steuern und verliert seine Logik.
- Nur auf die TER schauen: Ein Unterschied von 0,05 Prozentpunkten ist weniger wichtig als Fondsgröße, Indexwahl und die Frage, ob du dabeibleibst.
- Kein Notgroschen: Wer ohne Reserve investiert, muss bei der nächsten Autoreparatur womöglich zum schlechtesten Zeitpunkt ETF-Anteile verkaufen.
- Kurzfristig benötigtes Geld in Aktien: Geld, das du in zwei oder drei Jahren brauchst, gehört in den risikoarmen Teil.
- Themen-ETFs als Basis: Ein KI- oder Wasserstoff-ETF kann eine kleine Beimischung sein, aber nie das Fundament.
- Rebalancing vergessen: Ohne gelegentliches Nachjustieren kann dein Portfolio nach einigen starken Jahren deutlich riskanter sein als geplant.
Wer neben ETFs auch einzelne Aktien kaufen möchte, sollte diese als klar begrenzten Zusatz betrachten. Wie das technisch funktioniert und worauf du achten solltest, erklären wir im Ratgeber Aktien kaufen.
Checkliste: Dein ETF-Portfolio in der Übersicht
Mit dieser Liste kannst du Schritt für Schritt prüfen, ob dein Portfolio steht:
- Notgroschen liegt getrennt auf einem Tagesgeldkonto.
- Ziel und Anlagehorizont sind aufgeschrieben.
- Aktienquote ist festgelegt, passend zu deiner Verlusttoleranz.
- Risikoarmer Anteil ist definiert (Tagesgeld, Festgeld, Geldmarkt- oder kurzlaufender Staatsanleihen-ETF).
- Aktienbaustein gewählt: 1 Welt-ETF oder 2 bis 3 ETFs mit klarer Aufteilung.
- Konkrete ETFs nach Index, TER, Tracking Difference, Fondsvolumen, Replikation, Ertragsverwendung, Domizil und ISIN ausgewählt.
- Depot mit kostenlosen Sparplänen eröffnet.
- Sparrate nach Zielgewichtung aufgeteilt und Sparpläne eingerichtet.
- Freistellungsauftrag erteilt.
- Termin für die jährliche Überprüfung im Kalender eingetragen.
- Rebalancing-Regel festgelegt, zum Beispiel ab 5 Prozentpunkten Abweichung.
- Plan für das Umschichten vor größerem Geldbedarf notiert.
Hast du alle Punkte abgehakt, ist die wichtigste Arbeit getan. Ab jetzt gilt: laufen lassen, jährlich prüfen, Rate bei Gehaltserhöhungen anpassen.