Grundlagen

Notgroschen: Wie hoch sollte deine Reserve sein und wo parkst du sie?

Kurz gesagt

Der Notgroschen ist deine finanzielle Reserve für unerwartete Ausgaben wie eine kaputte Waschmaschine oder einen Jobverlust. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben, für Selbstständige eher sechs bis zwölf. Gemeint sind deine notwendigen Ausgaben, nicht dein Gehalt. Der Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in Aktien: So ist er sicher, schnell verfügbar und du musst im Ernstfall nie Wertpapiere im falschen Moment verkaufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist Geld, das du ausschließlich für echte Notfälle zurücklegst. Er ist sofort oder innerhalb weniger Tage verfügbar und schwankt nicht im Wert. Andere Namen dafür sind Notreserve, Notfallfonds, Liquiditätsreserve oder einfach Puffer. Gemeint ist immer dasselbe: ein Betrag, der zwischen dir und einer finanziellen Krise steht.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Töpfen. Der Notgroschen ist kein Sparziel wie der nächste Urlaub und keine Geldanlage, die Rendite bringen soll. Er ist eher eine Versicherung, die du dir selbst zahlst. Solange nichts passiert, liegt er einfach da. Genau darin liegt sein Wert.

Topf Zweck Wann brauchst du das Geld? Wo liegt es?
Girokonto laufende Ausgaben des Monats täglich Girokonto
Notgroschen Unvorhergesehenes, Einkommensausfall jederzeit, aber hoffentlich nie Tagesgeld
Rücklagen für Sparziele Urlaub, Auto, Jahresrechnungen zu einem absehbaren Termin Tagesgeld, Festgeld
Langfristige Geldanlage Vermögensaufbau, Altersvorsorge in vielen Jahren Depot, z. B. ETF-Sparplan

Diese Aufteilung ist der Kern einer soliden Finanzplanung. Wie du Geld nach Zeitraum sortierst, erklären wir ausführlich im Ratgeber zum Anlagehorizont.

Wozu brauchst du einen Notgroschen?

Das Leben hält Überraschungen bereit: Die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt, oder du verlierst deinen Job. Ohne Reserve musst du dann einen Kredit aufnehmen, dein Konto überziehen oder, besonders ärgerlich, Wertpapiere verkaufen.

Schutz vor teuren Schulden

Der bequemste Ausweg ohne Reserve ist oft der Dispokredit, also das Überziehen des Girokontos. Dispozinsen gehören zu den teuersten Kreditformen. Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Zinssatz von 12 Prozent pro Jahr: Überziehst du dein Konto sechs Monate lang um 2.000 Euro, zahlst du rund 120 Euro Zinsen (2.000 × 0,12 × 0,5). Bei Ratenzahlungen oder Kreditkarten mit Teilzahlung kann es ähnlich teuer werden. Der Notgroschen erspart dir diese Kosten und den Druck, die Schulden schnell zurückzuzahlen.

Schutz für deine Geldanlage

Unerwartete Ausgaben kommen oft genau dann, wenn die Börse gerade schwach ist, zum Beispiel in einer Wirtschaftskrise, in der auch Jobs wegfallen. Wer dann verkaufen muss, macht Verluste, die sich sonst mit der Zeit wieder hätten erholen können.

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt der schlimmste Einbruch des MSCI World, eines Index mit großen Unternehmen aus Industrieländern: In Euro gerechnet verlor er in der Spitze 53,6 Prozent. Hättest du deine Reserve von 10.000 Euro in einem ETF auf diesen Index gehalten, wären im Tiefpunkt nur noch rund 4.640 Euro übrig gewesen. Auf dem Tagesgeld wären es weiterhin 10.000 Euro plus Zinsen. Der Notgroschen schützt also nicht nur dich, sondern auch deine langfristige Geldanlage.

Schutz für deine Nerven

Ein oft unterschätzter Effekt: Mit Reserve triffst du bessere Entscheidungen. Du musst ein unfaires Jobangebot nicht aus Geldnot annehmen, kannst eine Reparatur in Ruhe vergleichen und schläfst ruhiger, wenn die Börse fällt. Viele Anleger, die in Krisen panisch verkaufen, tun das auch, weil ihnen ein Polster fehlt. Mehr zu diesen Denkfallen liest du im Ratgeber zu Psychologie und Anfängerfehlern.

Notgroschen Höhe: Wie viel solltest du zurücklegen?

Die verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Gemeint sind deine festen und notwendigen Ausgaben, nicht dein Nettogehalt. Das ist ein wichtiger Unterschied: Wer 2.800 Euro netto verdient, aber nur 1.800 Euro zum Leben braucht, rechnet mit 1.800 Euro.

Ein Beispiel: Deine monatlichen Ausgaben für Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel, Handy und Mobilität liegen bei 1.800 Euro. Dann sollte dein Notgroschen zwischen 5.400 und 10.800 Euro liegen.

Welche Ausgaben zählen und welche nicht?

Stell dir vor, dein Einkommen fällt morgen weg. Welche Kosten laufen dann weiter, und welche könntest du sofort streichen? Nur die erste Gruppe zählt.

Zählt zu den Monatsausgaben Zählt eher nicht
Miete oder Kreditrate inkl. Nebenkosten, Strom, Heizung Restaurantbesuche, Lieferdienste
Lebensmittel und Drogerie Urlaub und Wochenendtrips
Versicherungen, Handy, Internet Streamingdienste, die du kündigen könntest
Mobilität: ÖPNV-Abo oder Kosten fürs Auto Neue Kleidung über das Nötige hinaus
Kinderbetreuung, Unterhalt, Kredittilgungen Sparraten für ETF oder Rücklagen
Kranken- und Pflegeversicherung (bei Selbstständigen) Hobbys, die du pausieren kannst

Unregelmäßige, aber notwendige Kosten wie die Kfz-Versicherung einmal im Jahr rechnest du auf den Monat um. Zahlst du 600 Euro im Jahr, sind das 50 Euro im Monat.

Notgroschen Höhe nach Lebenssituation

Wo du innerhalb der Spanne landest, hängt davon ab, wie wahrscheinlich ein Einkommensausfall oder eine große Reparatur ist und wie gut du sie abfedern kannst.

Eher 3 Monatsausgaben Eher 6 Monatsausgaben oder mehr
sicherer Job, z. B. im öffentlichen Dienst befristeter Vertrag, Probezeit oder unsichere Branche
zwei Einkommen im Haushalt nur ein Einkommen, etwa Alleinverdiener oder Alleinerziehende
Mietwohnung, kein Auto eigenes Haus oder älteres Auto
keine Kinder Kinder im Haushalt
gute Absicherung durch Versicherungen selbstständig oder freiberuflich

Selbstständige und Freiberufler sollten eher sechs bis zwölf Monatsausgaben zurücklegen, weil ihr Einkommen stärker schwankt und sie meist keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

So rechnet der Notgroschen-Rechner

Unser Notgroschen-Rechner macht aus dieser Faustregel eine konkrete Zahl. Er startet bei drei Monatsausgaben und schlägt für jedes erhöhte Risiko Monate auf:

Situation Aufschlag
Basis: angestellt, unbefristet, zwei Einkommen 3 Monate
befristeter Job oder Probezeit + 1 Monat
selbstständig oder freiberuflich + 3 Monate
nur ein Einkommen im Haushalt + 1 Monat
Kinder im Haushalt + 1 Monat
Wohneigentum oder älteres Auto (Reparaturrisiko) + 1 Monat

Das Ergebnis liegt immer zwischen 3 und 12 Monatsausgaben. Mit den Aufschlägen oben kommst du auf höchstens 9 Monate, weil ein Job entweder befristet oder selbstständig ist. Wer ein stark schwankendes Einkommen hat, etwa mit wenigen großen Aufträgen im Jahr, kann bewusst bis zu 12 Monate ansetzen. Ein paar typische Konstellationen:

Lebenssituation Monatsausgaben laut Rechner
Paar, beide unbefristet angestellt, Mietwohnung, keine Kinder 3
Single, unbefristet angestellt 4
Paar mit Kind, zwei Einkommen, Mietwohnung 4
Single in der Probezeit 5
Paar mit Kindern und Eigenheim, zwei Einkommen 5
Alleinerziehend, befristet angestellt 6
Selbstständig, Partner hat festes Einkommen 6
Selbstständig, allein lebend 7
Selbstständig, Alleinverdiener mit Kindern und Eigenheim 9

Das ist eine Orientierung, keine feste Regel. Wenn du weißt, dass dein Arbeitgeber wackelt oder dein Auto bald den Geist aufgibt, darfst du großzügiger planen.

Sonderfall Selbstständige

Für Selbstständige ist der Notgroschen besonders wichtig und etwas komplizierter. Drei Punkte solltest du beachten:

  • Private und betriebliche Reserve trennen. Der Notgroschen deckt deine privaten Lebenshaltungskosten. Dazu kommt oft eine eigene Reserve für das Geschäft, etwa für ausbleibende Zahlungen von Kunden oder ein kaputtes Arbeitsgerät.
  • Steuerrücklagen sind kein Notgroschen. Geld, das du für Einkommensteuer, Vorauszahlungen oder Umsatzsteuer zurücklegst, gehört dir eigentlich nicht. Parke es auf einem eigenen Konto und rechne es nicht zur Reserve.
  • Die Krankenversicherung zählt voll. Als Selbstständiger zahlst du Kranken- und Pflegeversicherung meist komplett selbst. Dieser Betrag muss auch in schwachen Monaten weiterlaufen und gehört deshalb in deine Monatsausgaben.

Studierende, Azubis und Rentner

Auch mit kleinem Einkommen ist eine Reserve sinnvoll, sie fällt nur kleiner aus. Studierende und Azubis kommen oft mit 1.000 bis 2.000 Euro oder zwei bis drei Monatsausgaben aus, weil die Fixkosten niedriger sind. Rentner haben meist ein sicheres Einkommen, dafür können Ausgaben für Gesundheit, Pflege oder Reparaturen am Haus steigen. Hier ist ein Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben weiterhin sinnvoll, bei Wohneigentum eher am oberen Ende.

Was der Notgroschen nicht ersetzt

Der Notgroschen fängt Ausgaben in der Größenordnung einiger Monatsausgaben ab. Existenzielle Risiken deckt er nicht. Ein Haftpflichtschaden oder eine dauerhafte Berufsunfähigkeit können Summen erreichen, die keine Reserve der Welt stemmt. Dafür gibt es Versicherungen. Umgekehrt spart ein guter Notgroschen manchmal Versicherungsbeiträge, weil du kleine Schäden selbst tragen kannst, etwa über eine höhere Selbstbeteiligung.

Auch Ansprüche wie das Arbeitslosengeld sind kein Ersatz. Sie decken in der Regel nur einen Teil deines bisherigen Nettogehalts, und bis zur ersten Zahlung kann einige Zeit vergehen. Kündigst du selbst, kann zudem eine Sperrzeit drohen. Die Lücke schließt dein Notgroschen.

Notgroschen berechnen: Schritt für Schritt

So kommst du in einer halben Stunde zu deiner persönlichen Zahl:

  1. Kontoauszüge holen: Nimm die Auszüge der letzten drei Monate, besser noch zwölf, damit Jahresrechnungen auftauchen.
  2. Notwendige Ausgaben markieren: Streiche alles, was du im Notfall sofort weglassen könntest. Übrig bleiben Wohnen, Essen, Versicherungen, Verträge, Mobilität und Pflichtzahlungen.
  3. Jahresbeträge umrechnen: Teile jährliche und quartalsweise Zahlungen auf den Monat herunter.
  4. Monatssumme bilden: Addiere alles. Runde lieber etwas auf, als zu knapp zu rechnen.
  5. Monate festlegen: Nutze die Tabelle oben oder den Rechner, um deine Zahl zwischen 3 und 12 zu bestimmen.
  6. Zielbetrag ausrechnen: Monatssumme mal Anzahl der Monate. Das ist dein Notgroschen.

Die folgenden vier Haushalte sind erfunden, zeigen aber typische Situationen. Die Monate ergeben sich jeweils aus den Aufschlägen des Rechners.

Beispiel 1: Lena, 29, Single, angestellt

Lena arbeitet unbefristet in einer Versicherung, wohnt zur Miete und fährt kein Auto.

Ausgabe pro Monat
Warmmiete inkl. Strom 750 €
Lebensmittel und Drogerie 300 €
Versicherungen, Handy, Internet 120 €
Mobilität (ÖPNV-Abo, Fahrrad) 70 €
Sonstiges Notwendiges 110 €
Summe 1.350 €

Basis drei Monate, dazu ein Monat, weil nur ein Einkommen im Haushalt ist: vier Monate. Lenas Notgroschen liegt bei 5.400 Euro (1.350 × 4).

Beispiel 2: Familie Berger, zwei Kinder, Eigenheim

Beide Eltern sind unbefristet angestellt. Die Familie wohnt im eigenen Reihenhaus und fährt ein zwölf Jahre altes Auto.

Ausgabe pro Monat
Kreditrate, Nebenkosten, Energie 1.450 €
Lebensmittel und Drogerie 750 €
Versicherungen und Verträge 300 €
Auto und Mobilität 350 €
Kita, Schule und Sonstiges 350 €
Summe 3.200 €

Basis drei Monate, plus je einen Monat für Kinder und für Eigentum mit altem Auto: fünf Monate. Das ergibt 16.000 Euro (3.200 × 5). Größere, absehbare Kosten am Haus wie ein neues Dach gehören übrigens nicht in den Notgroschen, sondern in eine eigene Instandhaltungsrücklage.

Beispiel 3: Jonas, 35, selbstständiger Webdesigner

Jonas lebt allein zur Miete. Sein Einkommen schwankt stark, einige Monate bringen viel, andere fast nichts.

Ausgabe pro Monat
Warmmiete 800 €
Lebensmittel und Drogerie 350 €
Kranken- und Pflegeversicherung, weitere Versicherungen 550 €
Mobilität 150 €
Sonstiges Notwendiges 150 €
Summe 2.000 €

Basis drei Monate, plus drei für die Selbstständigkeit und einen für das einzelne Einkommen: sieben Monate, also 14.000 Euro. Seine Steuerrücklage und die Reserve für neue Technik führt Jonas getrennt davon.

Beispiel 4: Sandra, alleinerziehend, befristet angestellt

Sandra hat einen befristeten Vertrag, lebt mit ihrer Tochter in einer Mietwohnung und hat kein Auto.

Ausgabe pro Monat
Warmmiete 900 €
Lebensmittel und Drogerie 450 €
Versicherungen und Verträge 150 €
Mobilität 100 €
Kinderbetreuung und Sonstiges 200 €
Summe 1.800 €

Basis drei Monate, plus je einen Monat für die Befristung, das einzelne Einkommen und das Kind: sechs Monate, also 10.800 Euro. Wie sie dieses Ziel in Etappen erreicht, zeigt der Abschnitt zum Aufbau.

Wo parkst du den Notgroschen am besten?

Der Notgroschen muss zwei Bedingungen erfüllen: Er muss sicher sein und schnell verfügbar. Rendite ist hier zweitrangig. Aus diesen beiden Anforderungen ergibt sich fast von selbst, welche Anlageformen passen.

Anlageform Sicherheit Verfügbarkeit Eignung als Notgroschen
Tagesgeld Einlagensicherung bis 100.000 € meist 1 bis 2 Werktage sehr gut
Girokonto Einlagensicherung bis 100.000 € sofort möglich, meist ohne Zinsen
Festgeld Einlagensicherung bis 100.000 € erst am Ende der Laufzeit nur für einen Teil
Geldmarkt-ETF Sondervermögen, keine Einlagensicherung, geringe Schwankung Verkauf plus einige Werktage eingeschränkt
Aktien oder Aktien-ETFs starke Schwankungen Verkauf plus einige Werktage nicht geeignet
Bargeld zu Hause Diebstahl- und Brandrisiko, keine Zinsen sofort nur eine kleine Summe

Tagesgeld: die beste Wahl

Ein Tagesgeldkonto ist ein Zinskonto, auf das du jederzeit Geld einzahlen und von dem du jederzeit abheben kannst. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Das Geld überweist du auf dein Girokonto, dort ist es meist nach ein bis zwei Werktagen, bei vielen Banken im selben Haus sogar sofort.

Die Zinsen auf dem Tagesgeld sind variabel. Die Bank kann sie jederzeit ändern, und sie folgen grob dem allgemeinen Zinsniveau. Manche Banken locken Neukunden mit einem erhöhten Zins für einige Monate. Das kann sich lohnen, ist aber kein Muss. Beim Notgroschen zählt, dass das Geld sicher und erreichbar ist. Ein ständiger Wechsel für ein paar Zehntelprozent kostet Zeit und Nerven.

Ein praktischer Tipp: Lege das Tagesgeld bei einer anderen Bank an als dein Girokonto. So ist das Geld getrennt und nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber trotzdem in ein bis zwei Werktagen auf deinem Girokonto. Viele Direktbanken, also Banken ohne Filialnetz, bieten kostenlose Tagesgeldkonten an. Einen Überblick gibt unser Direktbanken-Vergleich.

Die Einlagensicherung: bis 100.000 Euro geschützt

Guthaben auf Konten bei Banken in der EU sind über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, und zwar bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Geht die Bank pleite, springt die Sicherungseinrichtung ein. Für fast jeden Notgroschen reicht diese Grenze völlig aus.

Darauf solltest du achten:

  • Pro Bank, nicht pro Konto: Hast du Girokonto, Tagesgeld und Festgeld bei derselben Bank, werden die Guthaben zusammengerechnet.
  • Sitz der Bank: Achte auf eine Bank aus einem EU-Land mit solider Einlagensicherung. Bei Angeboten über Zinsportale liegt das Geld oft bei einer Partnerbank im Ausland. Prüfe, welche Bank das ist.
  • Bei welcher Bank liegt das Geld wirklich? Manche Broker und Apps parken Kundengeld bei einer oder mehreren Partnerbanken. Maßgeblich für die Einlagensicherung ist die Bank, bei der das Guthaben tatsächlich liegt.

Wertpapiere in deinem Depot sind übrigens anders geschützt: Sie sind Sondervermögen und gehören bei einer Pleite der Bank weiterhin dir. Gegen Kursverluste schützt das aber nicht.

Girokonto: möglich, aber mit Versuchung

Auf dem Girokonto ist der Notgroschen sofort verfügbar, bringt aber meist keine Zinsen. Das größere Problem ist psychologisch: Liegen 8.000 Euro auf dem Konto, das du täglich nutzt, verschwimmt die Grenze zwischen Reserve und Alltagsgeld. Ein kleiner Sofort-Puffer von einigen hundert Euro auf dem Girokonto ist aber sinnvoll, etwa für Kautionen, Reparaturen, die sofort bezahlt werden müssen, oder den Fall, dass eine Überweisung hängt.

Festgeld: nur für einen Teil

Beim Festgeld legst du Geld für eine feste Laufzeit an, zum Beispiel sechs oder zwölf Monate, zu einem festen Zins. Vorzeitig kommst du in der Regel nicht an das Geld. Für den Notgroschen ist das ein Problem, denn ein Notfall hält sich an keine Laufzeit.

Wer einen großen Notgroschen hat, etwa sechs bis zwölf Monatsausgaben, kann einen Teil trotzdem ins Festgeld legen. Die Regel: Die ersten drei Monatsausgaben bleiben immer auf dem Tagesgeld. Nur was darüber hinausgeht, darf gestaffelt ins Festgeld, zum Beispiel in mehreren Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten (Festgeld-Treppe). Dann wird regelmäßig ein Teil frei. Ob sich das lohnt, hängt vom Zinsabstand zum Tagesgeld ab. Ist er klein, bleib beim Tagesgeld.

Geldmarkt-ETF: Vor- und Nachteile

Ein Geldmarkt-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der in sehr kurzfristige Zinspapiere und Einlagen anlegt. Sein Kurs schwankt kaum und steigt in etwa mit dem kurzfristigen Zinsniveau. Manche nutzen ihn als Tagesgeld-Ersatz. Für den Notgroschen gibt es Argumente dafür und dagegen:

Vorteile Nachteile
Zins folgt dem Markt, ohne Lockangebote vergleichen zu müssen keine Einlagensicherung, sondern Schutz als Sondervermögen
als Sondervermögen bei Pleite des Anbieters geschützt kleine Kursschwankungen und Spread beim Handel
keine Obergrenze wie bei der Einlagensicherung Verkauf nur zu Handelszeiten, Geld erst nach einigen Werktagen verfügbar
per Sparplan im Depot besparbar eventuell Ordergebühren; in Phasen negativer Zinsen, wie in den 2010er-Jahren, war die Rendite unter null

Unser Rat: Für Einsteiger ist das Tagesgeld die einfachere und robustere Lösung. Ein Geldmarkt-ETF kann für den risikoarmen Teil eines Portfolios passen, wie ihn der Ratgeber zum ETF-Portfolio beschreibt. Den Kern deines Notgroschens legst du aber besser aufs Tagesgeld.

Nicht geeignet: Aktien, ETFs, Krypto und Co.

Aktien und Aktien-ETFs sind für den Notgroschen nicht geeignet. Im Ernstfall könnte ihr Wert gerade deutlich gefallen sein, wie das Beispiel mit dem MSCI World oben zeigt. Dasselbe gilt für Kryptowährungen, die noch stärker schwanken, und für Anlagen wie Gold. Auch Bausparverträge, Lebensversicherungen oder Immobilien sind ungeeignet, weil du nicht schnell und ohne Verlust an das Geld kommst.

Steuern und Inflation beim Notgroschen

Zinsen aus dem Tagesgeld sind Kapitalerträge. Sie unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls plus Kirchensteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Zusammenveranlagte bleiben sie aber steuerfrei. Dafür erteilst du der Bank einen Freistellungsauftrag. Ein Beispiel: 10.000 Euro Notgroschen bei angenommenen 2 Prozent Zinsen bringen 200 Euro im Jahr, weit unter dem Freibetrag. Wie die Steuer genau funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Abgeltungsteuer.

Die Inflation nagt dagegen am Wert. Liegen Zins und Inflation etwa gleichauf, bleibt die Kaufkraft ungefähr erhalten. Liegt die Inflation höher, verliert der Notgroschen real an Wert. Das ist der Preis für Sicherheit, und er ist es wert. Wichtig ist nur, die Höhe regelmäßig an deine gestiegenen Ausgaben anzupassen.

Was ist ein Notfall – und was nicht?

Ein Notgroschen funktioniert nur, wenn du ihn nicht für alles Mögliche anzapfst. Eine einfache Prüffrage hilft: Ist die Ausgabe unerwartet, notwendig und dringend? Nur wenn alle drei Punkte zutreffen, ist es ein Fall für den Notgroschen.

Echter Notfall Kein Notfall Grauzone
Jobverlust oder Einkommensausfall Urlaub oder Städtereise neues Handy, weil das alte kaputt ist
Autoreparatur, wenn du das Auto für die Arbeit brauchst neues Auto, weil das alte „nicht mehr schön“ ist Zahnbehandlung mit hohem Eigenanteil
kaputte Waschmaschine, Kühlschrank oder Heizung Schnäppchen im Sale Umzug aus beruflichen Gründen
Nachzahlung für Nebenkosten oder Steuern, die du nicht erwartet hast Geschenke zu Weihnachten oder Geburtstagen Unterstützung für Familie in einer Notlage
Arzt- oder Medikamentenkosten, die nicht erstattet werden Kfz-Versicherung, die jedes Jahr fällig wird Kaution für eine neue Wohnung
kurzfristige Reise zu einem kranken Angehörigen Investieren, weil die Börse gerade gefallen ist Anwaltskosten im Streitfall

Bei der Grauzone kommt es auf die Umstände an. Ein neues Handy kann ein Notfall sein, wenn du beruflich darauf angewiesen bist. Die neueste Modellgeneration ist es nicht. Frag dich im Zweifel: Könnte ich das auch in zwei, drei Monaten aus dem laufenden Budget bezahlen? Dann ist es kein Notfall.

Planbare Ausgaben gehören in eigene Rücklagen

Der Notgroschen ist für echte Notfälle da. Planbare Ausgaben wie Urlaub, ein neues Handy oder die Kfz-Versicherung einmal im Jahr solltest du separat ansparen, zum Beispiel über ein zweites Tagesgeldkonto oder Unterkonten, die viele Banken anbieten.

Das Prinzip: Du teilst eine absehbare Ausgabe durch die Monate bis zur Fälligkeit und sparst diesen Betrag monatlich zurück.

Rücklage Betrag Fällig in Monatlich zurücklegen
Kfz-Versicherung und -Steuer 600 € 12 Monaten 50 €
Sommerurlaub 1.800 € 9 Monaten 200 €
Ersatz für den Laptop 1.200 € 24 Monaten 50 €
Weihnachtsgeschenke 480 € 12 Monaten 40 €

So kommt keine dieser Ausgaben überraschend, und der Notgroschen bleibt unangetastet. Ein ähnliches System mit getrennten Konten für Alltag, Rücklagen und Vermögensaufbau beschreibt auch das Buch Reich durch Dividenden mit seinem Drei-Konten-Modell.

Notgroschen aufbauen: Sparrate, Dauer und Etappen

Einen Notgroschen von mehreren tausend Euro spart kaum jemand in wenigen Wochen an. Das ist normal. Wichtig ist, dass du anfängst und das Sparen automatisierst.

So gehst du vor

  1. Ziel festlegen: Rechne deine Zielhöhe wie oben beschrieben aus.
  2. Konto eröffnen: Eröffne ein kostenloses Tagesgeldkonto, am besten bei einer anderen Bank als dein Girokonto.
  3. Dauerauftrag einrichten: Überweise direkt nach dem Gehaltseingang automatisch einen festen Betrag aufs Tagesgeld. Was zuerst weggeht, gibst du nicht aus.
  4. Sonderzahlungen nutzen: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Steuererstattung oder Bonus beschleunigen den Aufbau enorm. Ein fester Anteil, etwa die Hälfte, geht direkt in die Reserve.
  5. Ausgaben prüfen: Kündige Verträge, die du nicht nutzt, und vergleiche Strom, Handy und Versicherungen. Jeder gesparte Euro kann in den Dauerauftrag.
  6. Fortschritt sichtbar machen: Benenne das Konto „Notgroschen“ und schau dir einmal im Monat an, wie es wächst.

Wie lange dauert der Aufbau?

Die Dauer ergibt sich einfach aus Zielbetrag geteilt durch Sparrate. Zinsen sind hier zur Vereinfachung nicht berücksichtigt, sie verkürzen die Zeit leicht.

Zielbetrag 100 € im Monat 200 € im Monat 300 € im Monat 500 € im Monat
3.000 € 30 Monate 15 Monate 10 Monate 6 Monate
5.400 € 54 Monate 27 Monate 18 Monate 11 Monate
10.800 € 108 Monate 54 Monate 36 Monate 22 Monate
16.000 € 160 Monate 80 Monate 54 Monate 32 Monate

Wenn dich die Zahlen in der linken Spalte erschrecken: Kaum jemand spart den Notgroschen allein aus einer kleinen Monatsrate. Sonderzahlungen und steigende Raten nach Gehaltserhöhungen verkürzen die Zeit meist deutlich. Deine eigene Dauer zeigt dir der Notgroschen-Rechner, wenn du deinen aktuellen Stand und deine Sparrate einträgst.

In Etappen denken

Ein großes Ziel wirkt schnell entmutigend. Teile es deshalb in Etappen auf:

  1. Starterpolster: 1.000 Euro. Damit ist die typische kaputte Waschmaschine oder Werkstattrechnung abgedeckt, ohne den Dispo zu nutzen.
  2. Eine Monatsausgabe. Jetzt kannst du auch einen verspäteten Gehaltseingang oder eine Nachzahlung abfangen.
  3. Grundpolster: ein bis zwei Monatsausgaben. Ab hier ist ein Einstieg in einen kleinen ETF-Sparplan vertretbar.
  4. Drei Monatsausgaben. Die Untergrenze der Faustregel ist erreicht.
  5. Zielhöhe. Dein persönlicher Notgroschen steht.

Nehmen wir Sandra aus Beispiel 4 mit dem Ziel von 10.800 Euro. Sie spart 150 Euro im Monat und legt jedes Jahr die Hälfte ihrer Steuererstattung von 600 Euro, also 300 Euro, dazu. Damit kommt sie auf 2.100 Euro im Jahr. Das Starterpolster hat sie nach sieben Monaten, die drei Monatsausgaben (5.400 Euro) nach rund zweieinhalb Jahren, das volle Ziel nach gut fünf Jahren. Das ist lang, aber jede Etappe macht sie spürbar sicherer. Steigt ihr Gehalt, erhöht sie die Rate und ist schneller am Ziel.

Notgroschen und Investieren: parallel oder nacheinander?

Musst du mit dem Investieren warten, bis der Notgroschen komplett ist? Nicht zwingend. Viele teilen ihre Sparrate auf, zum Beispiel halb Notgroschen, halb ETF-Sparplan. Wichtig ist, dass zumindest ein Grundpolster von ein bis zwei Monatsausgaben steht, bevor du in Aktien investierst.

Die Argumente für beide Wege

Erst den Notgroschen komplett aufbauen ist der sicherere Weg. Du bist schneller vollständig abgesichert, und die Gefahr, im Notfall ETF-Anteile verkaufen zu müssen, ist kleiner. Das passt besonders, wenn dein Job unsicher ist oder du Kinder hast.

Parallel investieren hat den Vorteil, dass du früher Erfahrung mit dem Depot sammelst und dein Geld früher arbeiten kann. Bei einem langen Aufbau von mehreren Jahren ist das ein echtes Argument. Außerdem bleibt die Motivation höher, wenn du siehst, dass beides wächst.

Rechenbeispiel: Lena

Lena aus Beispiel 1 hat schon 1.500 Euro auf dem Tagesgeld, ihr Ziel liegt bei 5.400 Euro. Sie kann 400 Euro im Monat sparen.

Variante Aufteilung Notgroschen komplett nach danach
A: nacheinander 400 € Tagesgeld 10 Monaten 400 € in den ETF-Sparplan
B: parallel 250 € Tagesgeld, 150 € ETF-Sparplan 16 Monaten 400 € in den ETF-Sparplan

Bei Variante A fehlen nur noch 3.900 Euro, das dauert zehn Monate. Bei Variante B sind es 16 Monate, dafür hat Lena bis dahin schon 2.400 Euro investiert. Beide Wege sind vernünftig. Da ihr Grundpolster von gut einer Monatsausgabe schon steht, ist Variante B hier vertretbar. Wie du einen Sparplan aufsetzt, erklärt die Anleitung ETF-Sparplan einrichten, was aus deiner Rate werden kann, zeigt der Sparplan-Rechner.

Wann du noch nicht investieren solltest

  • Du hast teure Schulden. Dispo- oder Ratenkredite kosten oft mehr, als eine Aktienanlage im Schnitt bringt. Erst ein kleines Starterpolster, dann die Schulden tilgen, dann investieren.
  • Es gibt noch gar kein Polster. Ohne mindestens eine Monatsausgabe Reserve ist das Risiko zu groß, schon bei der ersten Reparatur verkaufen zu müssen.
  • Deine Einnahmen reichen nicht. Wenn am Monatsende regelmäßig nichts übrig bleibt, hilft kein Sparplan. Dann steht das Budget an erster Stelle.

Ausführlicher beantworten wir diese Fragen im Ratgeber Warum investieren?. Wenn dein Fundament steht, zeigt dir der Ratgeber Aktien kaufen für Anfänger, wie du Schritt für Schritt einsteigst.

Was mit Geld über dem Notgroschen passiert

Ist der Notgroschen voll, fließt die Sparrate in andere Ziele: in Rücklagen für planbare Ausgaben und in die langfristige Geldanlage. Liegt deutlich mehr als dein Ziel auf dem Tagesgeld, kostet dich das langfristig Rendite. Den Überschuss kannst du Schritt für Schritt investieren, sofern du ihn viele Jahre nicht brauchst. Die Grundlagen dafür erklärt der Ratgeber Was ist ein ETF?.

Übrigens ist ein zu großer Notgroschen weniger schlimm als ein zu kleiner. Der Unterschied liegt bei einigen hundert Euro entgangener Rendite im Jahr. Ein Beispiel: Liegen 10.000 Euro zu viel auf dem Tagesgeld, und du nimmst 2 Prozent Zinsen gegenüber angenommenen 6 Prozent im Aktien-ETF an, sind das rund 400 Euro Unterschied im Jahr vor Steuern. Ein Notverkauf im Crash kann dagegen Tausende kosten.

Notgroschen angebrochen: So füllst du ihn wieder auf

Hast du den Notgroschen genutzt, hat er seinen Zweck erfüllt. Das ist kein Scheitern. Wichtig ist nur, dass du ihn danach wieder auffüllst, denn der nächste Notfall kommt bestimmt.

Die Reihenfolge

  1. Notfall bezahlen, ohne schlechtes Gewissen.
  2. Budget prüfen: Musst du vorübergehend Ausgaben kürzen, etwa bei Jobverlust?
  3. Auffüllen hat Vorrang: Solange die Reserve unter der Zielhöhe liegt, geht der größte Teil deiner Sparrate dorthin.
  4. Sparplan anpassen, nicht auflösen: Du kannst den ETF-Sparplan senken oder pausieren, ohne bestehende Anteile zu verkaufen.
  5. Sonderzahlungen einsetzen: Die nächste Steuererstattung oder das Weihnachtsgeld gehen zuerst in die Reserve.

Rechenbeispiel: Familie Berger

Das Auto von Familie Berger braucht eine neue Kupplung, die Rechnung liegt bei 2.400 Euro. Die Familie spart monatlich 600 Euro: 400 Euro gehen in den ETF-Sparplan, 200 Euro in Rücklagen. Sie senkt den Sparplan für ein Jahr auf 200 Euro und leitet die frei werdenden 200 Euro aufs Tagesgeld. Nach zwölf Monaten ist der Notgroschen wieder bei 16.000 Euro. Wer es schneller möchte, pausiert den Sparplan ganz, dann dauert es sechs Monate.

Bei längerem Einkommensausfall

Verlierst du deinen Job, sieht die Rechnung anders aus. Dann ist der Notgroschen dazu da, die Zeit bis zum nächsten Einkommen zu überbrücken. Setze den Sparplan aus, kürze verzichtbare Ausgaben und nutze die Reserve Monat für Monat. Ans Auffüllen denkst du erst, wenn wieder Geld hereinkommt. Wichtig: Beantrage Leistungen wie Arbeitslosengeld frühzeitig, damit die Reserve so lange wie möglich reicht.

Den Notgroschen regelmäßig anpassen

Einmal im Jahr lohnt ein Blick auf die Zielhöhe. Sind deine Ausgaben gestiegen, etwa durch eine größere Wohnung, ein Kind oder höhere Energiepreise, wächst auch der Notgroschen mit. Umgekehrt kann er sinken, wenn du von einem befristeten in einen unbefristeten Job wechselst oder ein Kredit abbezahlt ist. Ein guter Termin ist der Jahresanfang, wenn du ohnehin Freistellungsaufträge und Sparraten prüfst.

Typische Fehler beim Notgroschen

  1. Gar keinen Notgroschen haben. Der häufigste und teuerste Fehler. Schon 1.000 Euro machen einen großen Unterschied.
  2. Das Nettogehalt statt der Ausgaben zugrunde legen. Das führt meist zu einem unnötig großen Ziel, das entmutigt.
  3. Den Notgroschen in Aktien oder ETFs halten. Im Crash fehlt dann genau das Geld, das du brauchst.
  4. Alles aufs Festgeld legen. Der Zins ist vielleicht höher, aber im Notfall kommst du nicht heran.
  5. Die Reserve für planbare Ausgaben nutzen. Urlaub und Jahresrechnungen gehören in eigene Rücklagen.
  6. Nach einer Entnahme nicht auffüllen. Dann steht beim nächsten Notfall weniger bereit.
  7. Die Höhe nie anpassen. Ein Notgroschen, der vor fünf Jahren gepasst hat, ist heute vielleicht zu klein.
  8. Viel zu viel horten. Wer 30.000 Euro auf dem Tagesgeld liegen hat, aber nur 1.500 Euro im Monat ausgibt, verschenkt langfristig Rendite.
  9. Keinen Freistellungsauftrag erteilen. Sonst zieht die Bank Steuern auf Zinsen ab, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen musst.
  10. Den Dispo als Notgroschen betrachten. Ein Kreditrahmen ist keine Reserve, sondern eine teure Schuld.

Checkliste: Dein Notgroschen

  1. Monatliche notwendige Ausgaben aus den Kontoauszügen ermittelt
  2. Anzahl der Monate nach deiner Lebenssituation festgelegt
  3. Zielbetrag ausgerechnet, zum Beispiel mit dem Rechner
  4. Tagesgeldkonto bei einer EU-Bank eröffnet, getrennt vom Girokonto
  5. Freistellungsauftrag bei der Bank erteilt
  6. Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang eingerichtet
  7. Etappenziele notiert: 1.000 Euro, eine Monatsausgabe, drei Monatsausgaben, Ziel
  8. Eigene Rücklagen für planbare Ausgaben angelegt
  9. Regel festgelegt, was ein Notfall ist und was nicht
  10. Termin im Kalender für die jährliche Überprüfung

Wenn diese Punkte erledigt sind, steht das Fundament. Dann kannst du dich mit gutem Gefühl um den langfristigen Vermögensaufbau kümmern. Auch wer später ein Depot für die eigenen Kinder anlegt, sollte vorher die eigene Reserve im Blick haben. Wie ein solches Depot funktioniert, zeigt der Ratgeber zum Junior-Depot.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben, gemeint sind die notwendigen Ausgaben und nicht das Nettogehalt. Wer befristet arbeitet, allein verdient, Kinder hat oder ein Haus besitzt, plant eher mehr ein. Selbstständige sollten sechs bis zwölf Monatsausgaben zurücklegen, weil ihr Einkommen stärker schwankt und sie meist keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

Zählt ein ETF-Depot als Notgroschen?

Nein. Der Wert eines ETF-Depots kann gerade dann stark gefallen sein, wenn du das Geld brauchst. Der MSCI World verlor in seinem schlimmsten Einbruch in Euro 53,6 Prozent. Der Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto, wo er sicher und jederzeit verfügbar ist.

Ist ein Geldmarkt-ETF eine gute Alternative zum Tagesgeld?

Nur eingeschränkt. Geldmarkt-ETFs schwanken kaum und sind als Sondervermögen geschützt, fallen aber nicht unter die Einlagensicherung. Du musst sie verkaufen, was Gebühren und einige Werktage kosten kann, und in Phasen negativer Zinsen lag ihre Rendite unter null. Für den Kern des Notgroschens ist Tagesgeld einfacher und robuster.

Wie viel Notgroschen brauchen Studierende oder Azubis?

Auch mit kleinem Einkommen ist eine Reserve sinnvoll. Oft reichen hier 1.000 bis 2.000 Euro oder zwei bis drei Monatsausgaben, weil die Fixkosten meist niedriger sind. Ein erstes Etappenziel von 1.000 Euro deckt bereits typische Notfälle wie einen kaputten Laptop oder eine Nebenkostennachzahlung ab.

Darf ich investieren, bevor der Notgroschen vollständig ist?

Ja, wenn ein Grundpolster von ein bis zwei Monatsausgaben steht und du keine teuren Schulden hast. Viele teilen dann ihre Sparrate auf, etwa zwei Drittel aufs Tagesgeld und ein Drittel in einen ETF-Sparplan. Bei unsicherem Job oder Kindern ist es sicherer, zuerst den Notgroschen komplett aufzubauen.

Sind Zinsen auf den Notgroschen steuerpflichtig?

Ja, Tagesgeldzinsen sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Zusammenveranlagte bleiben sie steuerfrei, wenn du der Bank einen Freistellungsauftrag erteilst. Bei einem üblichen Notgroschen liegen die Zinsen meist deutlich darunter.

Sollte der Notgroschen mitwachsen?

Ja. Steigen deine Ausgaben, etwa durch eine größere Wohnung, Kinder oder höhere Energiepreise, passt du auch den Notgroschen an. Umgekehrt kann er sinken, wenn du einen unbefristeten Vertrag bekommst oder ein Kredit abbezahlt ist. Prüfe die Höhe am besten einmal im Jahr.

Fazit

Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto ist das Fundament jeder Geldanlage. Selbstständige, Alleinverdiener, Familien und Eigentümer planen eher mehr ein. Die Reserve schützt dich vor teuren Schulden und davor, Wertpapiere im falschen Moment verkaufen zu müssen. Rendite spielt hier keine Rolle, Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit schon.

Baue den Notgroschen in Etappen per Dauerauftrag auf, trenne ihn klar von Rücklagen für planbare Ausgaben und fülle ihn nach jeder Entnahme wieder auf. Sobald ein Grundpolster steht, kannst du parallel mit einem kleinen Sparplan beginnen. Wie hoch dein persönlicher Notgroschen sein sollte, rechnest du mit unserem Notgroschen-Rechner aus. Danach geht es an die Frage, wie lange du dein Geld anlegen kannst.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Mehr erfahren