ETF

ETF-Sparplan einrichten: Schritt für Schritt zum ersten Sparplan

Kurz gesagt

Ein ETF-Sparplan investiert jeden Monat automatisch einen festen Betrag in einen ETF. Du brauchst dafür ein Depot ohne Depotgebühren, einen breit gestreuten ETF und eine Sparrate, die du dauerhaft durchhältst. Die Einrichtung dauert meist weniger als eine Stunde. Danach läuft alles von selbst. Wichtig sind außerdem ein Freistellungsauftrag, niedrige Kosten pro Ausführung und die Bereitschaft, auch in Börsenkrisen weiterzusparen.

Inhaltsverzeichnis

Einen ETF-Sparplan einrichten ist der einfachste Weg, regelmäßig und ohne viel Aufwand an der Börse zu investieren. Du legst einmal fest, welchen ETF du kaufen willst und wie viel Geld du investierst. Den Rest erledigt dein Broker jeden Monat automatisch.

In dieser Anleitung gehen wir die sechs Schritte von der Depoteröffnung bis zum Freistellungsauftrag im Detail durch. Außerdem erfährst du, ob ein Sparplan besser ist als eine Einmalanlage, was aus 25 bis 500 Euro im Monat werden kann, welche Kosten wirklich zählen und was du bei Steuern, Pausen und mehreren ETFs beachten solltest.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Bei einem Sparplan legst du einmal fest, welchen ETF du kaufen willst, wie viel Geld du investierst und in welchem Rhythmus. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World nachbildet und so Hunderte oder Tausende Unternehmen in einem Produkt bündelt. Wie das genau funktioniert, erklärt unser Grundlagenartikel Was ist ein ETF?.

Dein Broker kauft dann automatisch zum gewählten Termin Anteile für dich. Ist der Kurs niedrig, bekommst du für dieselbe Rate mehr Anteile. Ist er hoch, weniger. Auf lange Sicht kaufst du so zu einem durchschnittlichen Preis ein, und du musst dich nie um den richtigen Zeitpunkt kümmern.

Bruchstücke: Du brauchst keinen ganzen Anteil

Kostet ein ETF-Anteil zum Beispiel 100 Euro und deine Rate beträgt 25 Euro, kauft der Broker einfach 0,25 Anteile. Solche Bruchstücke sind bei Sparplänen üblich. Du musst also nicht warten, bis deine Rate für einen ganzen Anteil reicht. Die Bruchstücke gehören dir genauso wie ganze Anteile und entwickeln sich im gleichen Maß.

Warum ein Sparplan so gut funktioniert

  • Automatik schlägt Willenskraft: Du musst nicht jeden Monat neu entscheiden. Das schützt vor Aufschieben und vor Bauchentscheidungen.
  • Kleine Beträge reichen: Bei vielen Brokern geht es schon ab wenigen Euro im Monat los.
  • Kein Timing nötig: Du kaufst in guten und in schlechten Phasen, ohne raten zu müssen, wann der beste Einstieg ist.
  • Zeit und Zinseszins arbeiten für dich: Erträge werfen selbst wieder Erträge ab. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt dieser Effekt.

Bevor du loslegst

Bevor du loslegst, sollten zwei Dinge stehen: dein Notgroschen und eine Vorstellung davon, wie lange du das Geld anlegen kannst. Der Notgroschen ist eine Reserve auf dem Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben, oft drei bis sechs Monatsausgaben. Er sorgt dafür, dass du bei einer kaputten Waschmaschine nicht ausgerechnet im Börsentief verkaufen musst. Geld, das du in den nächsten Jahren fest einplanst, gehört nicht in einen Aktien-ETF.

ETF-Sparplan einrichten in 6 Schritten

Die folgenden sechs Schritte führen dich vom leeren Konto bis zum laufenden Sparplan. Zusammen dauern sie meist weniger als eine Stunde, dazu kommen ein paar Tage Wartezeit, bis dein Depot freigeschaltet ist.

Schritt 1: Depot eröffnen

Ein Depot ist dein Konto für Wertpapiere. Du eröffnest es bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dazu gehört fast immer ein Verrechnungskonto, von dem die Sparraten abgebucht und auf dem Erträge gutgeschrieben werden. Darauf solltest du achten:

  • Keine Depotgebühren, sonst frisst die Gebühr einen Teil der Rendite.
  • Kostenlose ETF-Sparpläne, zumindest für die ETFs, die dich interessieren.
  • Sitz und Einlagensicherung in der EU, idealerweise in Deutschland.
  • Automatische Steuerabführung, damit du dich nicht selbst um die Abgeltungsteuer kümmern musst.
  • Niedrige Mindestrate, falls du mit kleinen Beträgen startest oder mehrere ETFs besparen willst.

Die Eröffnung läuft online. Du bestätigst deine Identität per Video-Chat, App oder in einer Postfiliale. Welche Anbieter sich für Einsteiger eignen, zeigt unser Broker-Vergleich.

Zur Sicherheit: Wertpapiere in deinem Depot sind Sondervermögen. Sie gehören dir und bleiben bei einer Pleite der Bank geschützt. Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank in der EU. Seit dem 1. Juli 2026 ist außerdem Payment for Order Flow in der EU verboten, also die Praxis, dass Broker für die Weiterleitung von Kundenorders an bestimmte Handelsplätze bezahlt werden. Gebührenmodelle können sich dadurch ändern. Prüfe deshalb immer die aktuellen Konditionen deines Anbieters.

Schritt 2: ETF auswählen

Für den Einstieg reicht ein einziger, weltweit gestreuter ETF. Beliebt sind ETFs auf den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World. Die Unterschiede erklären wir im Index-Vergleich. Kurz gesagt: Der MSCI World enthält nur Industrieländer, ACWI und FTSE All-World zusätzlich Schwellenländer.

Achte bei der Auswahl auf diese Punkte:

Kriterium Worauf du achtest
Index breit gestreut, z. B. MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World
Laufende Kosten (TER) bei Welt-ETFs meist 0,10 bis 0,25 % pro Jahr
Fondsvolumen ausreichend groß, damit der ETF dauerhaft bestehen bleibt
Ertragsverwendung thesaurierend oder ausschüttend
Sparplanfähigkeit Bietet dein Broker den ETF als Sparplan an, idealerweise kostenlos?

Thesaurierend heißt, dass der ETF Erträge automatisch wieder anlegt. Ausschüttend heißt, dass er sie dir aufs Verrechnungskonto zahlt. Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante meist bequemer. Die Vor- und Nachteile beider Varianten erklärt der Vergleich thesaurierend vs. ausschüttend.

Suche den ETF im Depot am besten über die ISIN, damit du genau die gewünschte Variante erwischst. Die ISIN ist eine zwölfstellige Kennnummer, die jedes Wertpapier eindeutig bezeichnet. Viele ETFs gibt es in mehreren Varianten mit fast gleichem Namen, aber unterschiedlicher ISIN.

Schritt 3: Sparrate festlegen

Die richtige Rate ist die, die du dauerhaft durchhältst. Eine gute Orientierung:

  • Rechne dein monatliches Budget durch: Einnahmen minus Fixkosten minus Alltagsausgaben.
  • Plane einen Puffer ein, damit du den Sparplan nicht bei jeder größeren Ausgabe stoppen musst.
  • Viele starten mit 10 bis 15 Prozent ihres Nettoeinkommens. Aber auch 25 oder 50 Euro sind ein guter Anfang.

Ein Beispiel: Du hast 2.200 Euro netto. Miete, Versicherungen, Handy und Abos kosten 1.200 Euro, für Lebensmittel, Freizeit und Kleidung planst du 650 Euro ein. Bleiben 350 Euro. Davon gehen 100 Euro als Puffer für unregelmäßige Ausgaben aufs Tagesgeld, 250 Euro in den Sparplan. Das entspricht gut 11 Prozent des Nettoeinkommens.

Du kannst die Rate später jederzeit erhöhen, senken oder den Sparplan pausieren. Was aus deiner Rate werden kann, zeigt dir unser Sparplan-Rechner. Konkrete Beispiele für verschiedene Budgets findest du weiter unten.

Schritt 4: Rhythmus und Ausführungstag wählen

Die meisten Anleger sparen monatlich. Manche Broker bieten auch zweimonatliche oder vierteljährliche Intervalle an. Das kann bei Brokern sinnvoll sein, die pro Ausführung eine Gebühr verlangen, weil du dann seltener zahlst.

Als Ausführungstag bietet sich ein Termin kurz nach deinem Gehaltseingang an. Bei vielen Brokern stehen etwa der 1., der 15. oder mehrere Tage im Monat zur Wahl. Welcher Tag das ist, spielt für die Rendite langfristig praktisch keine Rolle. Über viele Jahre gleichen sich gute und schlechte Kaufzeitpunkte innerhalb des Monats aus. Wichtig ist nur, dass zum Ausführungstag genug Geld auf dem Verrechnungskonto liegt.

Ein paar praktische Details:

  • Wochenende und Feiertage: Fällt der Ausführungstag nicht auf einen Handelstag, führen Broker den Sparplan meist am nächsten Handelstag aus.
  • Vorlauf beim Geld: Plane die Überweisung so, dass das Geld einige Tage vor dem Ausführungstag auf dem Verrechnungskonto ist. Fehlt das Guthaben, fällt die Ausführung je nach Broker aus.
  • Kurs und Handelsplatz: Der Sparplan wird zu einem Kurs am Ausführungstag über einen vom Broker festgelegten Handelsplatz ausgeführt. Den genauen Zeitpunkt kannst du bei Sparplänen meist nicht selbst bestimmen, bei großen ETFs ist das unproblematisch.
  • Buchung im Depot: Bis die gekauften Anteile im Depot erscheinen, können ein bis zwei Tage vergehen.

Schritt 5: Geld automatisch überweisen

Richte bei deiner Hausbank einen Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto deines Brokers ein, oder erlaube dem Broker eine Lastschrift. So musst du nicht jeden Monat daran denken. Das Prinzip lautet „Erst sparen, dann ausgeben“: Das Geld geht direkt nach dem Gehaltseingang weg.

Dauerauftrag oder Lastschrift? Beim Dauerauftrag behältst du die volle Kontrolle und brauchst einen kleinen zeitlichen Vorlauf. Bei der Lastschrift zieht der Broker den Betrag selbst ein, du musst dich um nichts kümmern. Beides funktioniert. Wichtig ist nur, dass auf deinem Girokonto zum Termin genug Geld liegt, damit keine Rücklastschrift entsteht.

Schritt 6: Freistellungsauftrag einrichten

Damit deine Erträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben, erteilst du deinem Broker einen Freistellungsauftrag. Das geht meist mit wenigen Klicks in der App oder im Online-Banking. Ohne Freistellungsauftrag zieht der Broker ab dem ersten Euro Steuern ab, und du müsstest sie dir über die Steuererklärung zurückholen.

Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartner. Er gilt für alle Banken zusammen. Hast du mehrere Konten mit Zinsen oder Erträgen, teilst du den Betrag passend auf. Mehr zum Thema Steuern beim Sparplan findest du weiter unten.

Welche Sparrate? Rechenbeispiele von 25 bis 500 Euro

Wie viel aus einem Sparplan werden kann, hängt von drei Dingen ab: der Rate, der Laufzeit und der Rendite. Rate und Laufzeit hast du in der Hand, die Rendite nicht.

Die folgende Tabelle zeigt eine Modellrechnung mit angenommenen 6 Prozent Rendite pro Jahr. Gerechnet ist mit monatlicher Verzinsung von 0,5 Prozent und Einzahlung jeweils am Monatsende, vor Kosten und Steuern:

Monatliche Rate nach 10 Jahren nach 20 Jahren nach 30 Jahren
25 € rund 4.100 € (eingezahlt 3.000 €) rund 11.550 € (6.000 €) rund 25.110 € (9.000 €)
50 € rund 8.190 € (6.000 €) rund 23.100 € (12.000 €) rund 50.230 € (18.000 €)
100 € rund 16.390 € (12.000 €) rund 46.200 € (24.000 €) rund 100.450 € (36.000 €)
250 € rund 40.970 € (30.000 €) rund 115.510 € (60.000 €) rund 251.130 € (90.000 €)
500 € rund 81.940 € (60.000 €) rund 231.020 € (120.000 €) rund 502.260 € (180.000 €)

Auffällig ist, wie stark die Zeit wirkt. Nach 10 Jahren ist das Endvermögen bei 6 Prozent nur gut ein Drittel höher als die Einzahlungen. Nach 30 Jahren ist es fast dreimal so hoch. Der Zinseszins braucht Zeit, bevor er richtig sichtbar wird.

Was, wenn die Rendite anders ausfällt?

Niemand kennt die künftige Rendite. Deshalb lohnt es sich, mehrere Annahmen durchzuspielen. Hier für 100 Euro im Monat:

Angenommene Rendite p. a. nach 20 Jahren nach 30 Jahren
4 % rund 36.680 € rund 69.410 €
6 % rund 46.200 € rund 100.450 €
8 % rund 58.900 € rund 149.040 €

Zur Einordnung: Der MSCI World hat laut MSCI-Factsheet (Stand 31.08.2026) in Euro seit Ende 2000 rund 6,64 Prozent pro Jahr gebracht, in den letzten zehn Jahren sogar 12,53 Prozent. Die letzten zehn Jahre waren aber außergewöhnlich gut. Für die eigene Planung sind vorsichtige Annahmen wie 5 bis 6 Prozent vor Kosten sinnvoller. In einzelnen Jahren sind zudem deutliche Verluste möglich: In seiner schlimmsten Phase verlor der MSCI World in Euro 53,6 Prozent.

Mit dem ETF-Rechner kannst du historische Renditen verschiedener Indizes vergleichen.

Welches Budget passt zu welchem Vorgehen?

Budget pro Monat Typischer Ansatz Worauf du achten solltest
25 € ein Welt-ETF Ausführungsgebühren vermeiden, sonst fressen sie einen großen Teil der Rate
50 € ein Welt-ETF Mindestrate prüfen, keine Aufteilung auf mehrere ETFs
100 € ein Welt-ETF, eventuell zwei zwei ETFs nur, wenn die Mindestrate passt
250 € ein oder zwei ETFs Aufteilung z. B. MSCI World plus Schwellenländer möglich
500 € ein bis drei ETFs Freibetrag im Blick behalten, eventuell Tagesgeld-Anteil für das Gesamtportfolio

Klein anfangen ist völlig in Ordnung. 25 Euro im Monat sind ein echter Start, und du lernst dabei, wie sich Schwankungen anfühlen. Viele erhöhen die Rate später Schritt für Schritt.

Sparplan oder Einmalanlage? Der Cost-Average-Effekt ehrlich erklärt

Rund um Sparpläne kursiert ein Versprechen: der Cost-Average-Effekt, auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt. Weil du mit einer festen Rate bei niedrigen Kursen mehr Anteile kaufst und bei hohen weniger, liegt dein durchschnittlicher Kaufpreis unter dem Durchschnitt der Kurse. Das stimmt. Es heißt aber nicht, dass ein Sparplan automatisch mehr Rendite bringt als eine Einmalanlage.

Zwei Szenarien mit fiktiven Kursen

Angenommen, du hast 4.000 Euro. Entweder investierst du alles sofort, oder du verteilst den Betrag auf vier Monate mit je 1.000 Euro. Nach vier Monaten wird abgerechnet.

Szenario A: Die Kurse steigen stetig.

Monat Kurs Anteile Sparplan (1.000 €)
1 100 € 10,00
2 105 € 9,52
3 110 € 9,09
4 115 € 8,70
Summe 37,31 Anteile

Die Einmalanlage kauft im ersten Monat 40 Anteile zu 100 Euro. Beim Endkurs von 115 Euro ist sie 4.600 Euro wert. Der Sparplan kommt auf 37,31 Anteile, also rund 4.290 Euro. Die Einmalanlage liegt rund 310 Euro vorn.

Szenario B: Die Kurse fallen und erholen sich.

Monat Kurs Anteile Sparplan (1.000 €)
1 100 € 10,00
2 80 € 12,50
3 90 € 11,11
4 100 € 10,00
Summe 43,61 Anteile

Jetzt ist die Einmalanlage nach vier Monaten wieder genau 4.000 Euro wert. Der Sparplan kommt auf 43,61 Anteile, also rund 4.360 Euro. Hier liegt der Sparplan vorn, weil er im Tief günstig nachgekauft hat.

Was das bedeutet

Welche Variante besser abschneidet, hängt davon ab, wie sich die Kurse nach dem Kauf entwickeln. Da Aktienmärkte historisch über lange Zeiträume eher gestiegen sind, lag eine sofortige Einmalanlage in der Vergangenheit im Durchschnitt häufig vorn. Das Risiko: Kommt kurz nach dem Kauf ein Crash, trifft er den ganzen Betrag.

Der eigentliche Vorteil des Sparplans ist deshalb nicht die Mathematik, sondern das Verhalten. Die meisten Menschen haben kein großes Vermögen, das sie auf einmal anlegen könnten. Sie sparen aus dem laufenden Einkommen. Für sie ist der Sparplan schlicht die natürliche Form des Investierens. Und er nimmt dir die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ab, die viele Einsteiger jahrelang vom Start abhält.

Du hast schon einen größeren Betrag?

Dann hast du drei Möglichkeiten:

  1. Alles auf einmal investieren: Historisch im Durchschnitt oft vorn, emotional aber am schwersten, wenn kurz danach die Kurse fallen.
  2. Über einige Monate verteilen: Zum Beispiel 12.000 Euro in zwölf Raten zu je 1.000 Euro. Das kostet im Durchschnitt etwas Rendite, macht den Einstieg aber leichter.
  3. Kombinieren: Einen Teil sofort anlegen, den Rest über einige Monate verteilen.

Das ist eine Frage der Nerven, nicht der Mathematik. Wichtig ist nur, dass du eine Variante wählst, die du auch in schwierigen Phasen durchhältst. Wer weiß, dass er bei einem Einbruch direkt nach dem Kauf in Panik verkaufen würde, ist mit einem gestaffelten Einstieg besser bedient. Warum uns solche Entscheidungen so schwerfallen, erklärt unser Ratgeber zu typischen Psychologie-Fehlern.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

Bei einem ETF-Sparplan können drei Arten von Kosten anfallen: eine Gebühr pro Ausführung beim Broker, die laufenden Kosten des ETFs und der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Kostenart Was sie ist Typische Höhe
Ausführungsgebühr Gebühr des Brokers pro Sparplanausführung bei vielen Online-Brokern kostenlos, bei anderen fester Betrag oder Prozentsatz
TER laufende Kosten des ETFs pro Jahr Welt-ETFs meist 0,10 bis 0,25 %
Spread Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs bei großen ETFs meist gering
Depotgebühr Gebühr für die Verwahrung bei vielen Online-Brokern keine

Warum feste Gebühren bei kleinen Raten so teuer sind

Eine feste Gebühr pro Ausführung wirkt bei kleinen Raten enorm. Ein Beispiel mit 1,50 Euro pro Ausführung:

Sparrate Gebühr pro Ausführung Anteil an der Rate
25 € 1,50 € 6 %
50 € 1,50 € 3 %
100 € 1,50 € 1,5 %
250 € 1,50 € 0,6 %
500 € 1,50 € 0,3 %

Bei 25 Euro Rate gehen also 6 Prozent jeder Einzahlung sofort verloren. Das ist ein Vielfaches der laufenden Kosten eines Welt-ETFs, die bei 0,20 Prozent pro Jahr liegen können. Ein Jahr lang 25 Euro im Monat mit 1,50 Euro Gebühr kostet 18 Euro. Die TER von 0,20 Prozent auf 300 Euro Anlagebetrag läge dagegen bei rund 0,60 Euro im Jahr. Bei kleinen Raten ist ein Broker mit kostenlosen Sparplänen deshalb besonders wichtig.

Die TER über Jahrzehnte

Die TER (Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote) zahlst du nicht separat. Sie wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen und steckt bereits im Kurs. Über Jahrzehnte macht sie trotzdem einen Unterschied: Ein Welt-ETF mit 0,20 Prozent kostet dich bei 10.000 Euro Depotwert rund 20 Euro im Jahr, ein aktiver Fonds mit 1,8 Prozent rund 180 Euro. Innerhalb der günstigen Welt-ETFs sind Unterschiede von wenigen Hundertstelprozentpunkten dagegen kein Grund zur Sorge.

Der Spread

Beim Sparplan kaufst du zum Briefkurs, also dem etwas höheren Kaufkurs. Liegt der Geldkurs eines ETFs bei 99,90 Euro und der Briefkurs bei 100,00 Euro, beträgt der Spread 0,1 Prozent. Bei großen, viel gehandelten ETFs ist er meist gering. Für Sparplan-Anleger spielt er eine kleinere Rolle als für Anleger, die häufig kaufen und verkaufen.

Mehrere ETFs in einem Sparplan

Für den Anfang reicht ein einziger Welt-ETF. Wer seine Aufteilung selbst steuern möchte, kann aber auch mehrere Sparpläne parallel laufen lassen, zum Beispiel einen auf den MSCI World und einen auf Schwellenländer.

So teilst du die Rate auf

Die Aufteilung deiner Rate folgt deiner Zielgewichtung. Einige Beispiele:

Portfolio 100 € im Monat 250 € im Monat
1 Welt-ETF (All-World oder ACWI) 100 € 250 €
88/12 (MSCI World + Schwellenländer) 88 € + 12 € 220 € + 30 €
70/30 (MSCI World + Schwellenländer) 70 € + 30 € 175 € + 75 €

Die 88/12-Aufteilung bildet ungefähr das Marktgewicht nach, also das, was auch ein All-World-ETF enthält. Die 70/30-Aufteilung gewichtet Schwellenländer bewusst höher. Wann welche Variante passt, erklären wir ausführlich im Ratgeber ETF-Portfolio zusammenstellen.

Mindestraten beachten

Viele Broker erlauben Sparpläne schon ab wenigen Euro, bei manchen liegt die Mindestrate höher, etwa bei 25 oder 50 Euro. Das spielt eine Rolle, wenn du eine kleine Rate aufteilen willst. Mit 50 Euro im Monat ist eine Aufteilung auf drei ETFs wenig sinnvoll. Kostet jede Ausführung eine Gebühr, verdoppelt oder verdreifacht sich außerdem der Kostenanteil. Hier ist die 1-ETF-Lösung klar im Vorteil.

Nicht zu viele ETFs

Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung. Ein Welt-ETF enthält bereits die großen Unternehmen aus den USA, Europa und Japan. Kommen ein S&P-500-ETF und ein Technologie-ETF dazu, besitzt du viele Firmen doppelt und dreifach. Ein bis drei gut gewählte ETFs sind für die meisten Anleger genug.

Gewichtung über die Sparrate ausgleichen

Mit der Zeit verschiebt sich das Verhältnis, weil sich die ETFs unterschiedlich entwickeln. Statt Anteile zu verkaufen, lenkst du einfach eine Zeit lang mehr neues Geld in den Baustein, der zu klein geworden ist. Das spart Steuern und Gebühren. Einmal im Jahr zu prüfen, ob die Aufteilung noch stimmt, reicht völlig.

Auch Einzelaktien lassen sich bei vielen Brokern per Sparplan kaufen. Das Vorgehen ist dasselbe. Wie du Einzelaktien sinnvoll als Beimischung nutzt, zeigt unser Ratgeber Aktien kaufen. Wer auf regelmäßige Ausschüttungen setzen möchte, findet eine Einordnung im Ratgeber zur Dividenden-Strategie.

Dynamisierung: die Sparrate mitwachsen lassen

Dynamisierung bedeutet, dass du deine Sparrate regelmäßig erhöhst, zum Beispiel jedes Jahr um einen festen Prozentsatz oder nach jeder Gehaltserhöhung. Manche Broker bieten eine automatische Dynamisierung an. Wo es die nicht gibt, erhöhst du die Rate einfach selbst, etwa jedes Jahr im Januar.

Was eine jährliche Erhöhung bringen kann

Eine Modellrechnung mit 6 Prozent Rendite pro Jahr, monatlicher Verzinsung und Einzahlung am Monatsende: Du startest mit 100 Euro im Monat und erhöhst die Rate jedes Jahr um 3 Prozent.

Variante Rate im letzten Jahr Eingezahlt in 30 Jahren Endwert nach 30 Jahren
konstant 100 € 100 € 36.000 € rund 100.450 €
100 € mit 3 % Dynamik pro Jahr rund 236 € rund 57.090 € rund 140.000 €

Mit Dynamik zahlst du mehr ein, und entsprechend wächst auch das Endvermögen. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass du die Erhöhung kaum spürst: 3 Prozent mehr Sparrate, bei der ersten Erhöhung also 3 Euro im Monat, fallen neben steigenden Einkommen kaum auf. Außerdem gleicht die Dynamik die Inflation teilweise aus, die sonst die Kaufkraft deiner festen Rate mit den Jahren schmälert.

Eine einfache Regel

Viele Anleger nutzen eine Faustregel: Bei jeder Gehaltserhöhung fließt die Hälfte des Plus in den Sparplan. Steigt dein Nettoeinkommen um 100 Euro, erhöhst du die Rate um 50 Euro. Du hast trotzdem mehr Geld zur Verfügung als vorher, und dein Vermögen wächst schneller. Wichtig ist nur, dass die höhere Rate weiterhin zu deinem Budget passt.

Sparplan ändern, pausieren oder beenden

Ein Sparplan ist kein Vertrag mit Laufzeit. Du kannst die Rate ändern, den Sparplan pausieren oder beenden, meist direkt in der App und ohne Kosten. Deine bisher gekauften Anteile bleiben im Depot, bis du sie verkaufst.

Wann eine Pause sinnvoll ist

Eine Pause kann sinnvoll sein, wenn dein Notgroschen aufgebraucht ist, du arbeitslos wirst, in Elternzeit gehst oder eine größere Ausgabe ansteht. Dann hat die Stabilität deiner Finanzen Vorrang. Besser als ein kompletter Stopp ist oft eine kleinere Rate, etwa 25 statt 150 Euro. So bleibt die Gewohnheit erhalten.

Was eine Pause kostet

Eine Pause kostet nicht nur die ausgelassenen Raten, sondern auch deren Wachstum. Eine Modellrechnung mit 100 Euro im Monat, 30 Jahren Laufzeit und 6 Prozent Rendite pro Jahr: Pausierst du im elften Jahr für zwölf Monate, zahlst du 1.200 Euro weniger ein. Am Ende fehlen dir aber rund 3.850 Euro, weil diese 1.200 Euro fast 20 Jahre nicht mitwachsen konnten. Das ist kein Drama, zeigt aber, warum du eine Pause bewusst und nicht aus Bequemlichkeit einlegen solltest.

Nicht wegen der Börse pausieren

Ein schlechter Grund für eine Pause ist ein Börseneinbruch. Im Crash kaufst du mit derselben Rate mehr Anteile zu niedrigeren Kursen. Wer den Sparplan weiterlaufen lässt, profitiert besonders, wenn sich die Kurse später erholen, wie Szenario B oben zeigt. Nur wenn dein Notgroschen aufgebraucht ist, solltest du die Rate anpassen.

Den Sparplan umstellen

Möchtest du den ETF wechseln, etwa auf einen günstigeren oder auf eine andere Variante, verkaufst du die alten Anteile am besten nicht. Ein Verkauf löst auf die Gewinne Steuern aus. Richte stattdessen einen neuen Sparplan ein und lass die alten Anteile einfach im Depot liegen.

Steuern beim ETF-Sparplan

Solange du nur sparst und nichts verkaufst, ist die Steuer beim ETF-Sparplan überschaubar. Trotzdem solltest du die Grundregeln kennen.

Die Grundregeln

  • Abgeltungsteuer: Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Dein Broker führt die Steuer automatisch ab. Details erklärt unser Ratgeber zur Abgeltungsteuer.
  • Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro. Dafür brauchst du den Freistellungsauftrag aus Schritt 6.
  • Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Von 100 Euro Gewinn werden also nur 70 Euro besteuert. Mehr dazu im Artikel zur Teilfreistellung.

Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Thesaurierende ETFs schütten nichts aus. Damit trotzdem laufend Steuern anfallen, gibt es die Vorabpauschale. Sie wird Anfang des Folgejahres, im Januar, fällig. Die Grundformel lautet: Fondswert am Jahresanfang × Basiszins × 0,7. Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 Prozent. Die Vorabpauschale ist begrenzt auf den tatsächlichen Wertzuwachs plus Ausschüttungen. Steigt der ETF in einem Jahr nicht, fällt sie also weg.

Beim Sparplan gibt es eine Besonderheit: Im Kaufjahr zählt jede Rate nur zeitanteilig. Für jeden vollen Monat vor dem Kauf verringert sich der Wert um ein Zwölftel. Sparst du ab Januar monatlich 100 Euro, zählt die Januar-Rate voll, die Februar-Rate zu 11/12 und so weiter bis zur Dezember-Rate mit 1/12. Zusammen entspricht das 6,5 vollen Raten. Der Basisertrag für das erste Sparjahr liegt damit bei grob 100 € × 6,5 × 2,24 % = 14,56 €, nach Teilfreistellung rund 10 Euro. Das liegt weit unter dem Sparerpauschbetrag.

Ein Beispiel für später: Dein ETF ist am 1. Januar 10.000 Euro wert und steigt im Jahr ausreichend. Dann ergibt sich 10.000 € × 3,20 % × 0,7 = 224 Euro Vorabpauschale, nach Teilfreistellung 156,80 Euro steuerpflichtig. Mit Freistellungsauftrag bleibt das steuerfrei, solange dein Sparerpauschbetrag reicht. Die bereits versteuerte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf angerechnet, du zahlst also nicht doppelt. Lass zum Jahreswechsel am besten etwas Guthaben auf dem Verrechnungskonto, damit der Broker eine eventuelle Steuer abbuchen kann.

Beim Verkauf

Verkaufst du Anteile mit Gewinn, wird der Gewinn nach Teilfreistellung besteuert, soweit er den noch freien Sparerpauschbetrag übersteigt. Dabei gilt: Die zuerst gekauften Anteile gelten als zuerst verkauft. Ist dein persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent, kannst du über die Günstigerprüfung in der Steuererklärung (Anlage KAP) den niedrigeren Satz bekommen.

Legst du einen Sparplan für dein Kind an, gelten eigene Freibeträge. Was dabei zu beachten ist, erklären wir im Ratgeber zum Junior-Depot.

Typische Fehler beim ETF-Sparplan

Die meisten Fehler beim Sparplan haben nichts mit Fachwissen zu tun, sondern mit Ungeduld und Emotionen.

  1. Ohne Notgroschen starten: Dann musst du im Ernstfall verkaufen, womöglich mitten in einem Kurstief.
  2. Die Rate zu hoch ansetzen: Wer jeden Monat knapp bei Kasse ist, stoppt den Sparplan früher oder später. Lieber etwas weniger und dafür dauerhaft.
  3. Gebühren bei kleinen Raten übersehen: 1,50 Euro auf 25 Euro sind 6 Prozent. Achte auf kostenlose Sparpläne.
  4. Die falsche ETF-Variante wählen: Wer nach dem Namen statt nach der ISIN sucht, landet schnell bei der ausschüttenden statt der thesaurierenden Variante oder bei einem ganz anderen Index.
  5. Den Freistellungsauftrag vergessen: Dann werden Steuern abgezogen, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen musst.
  6. Zu viele ETFs besparen: Überschneidungen bringen keine zusätzliche Streuung, aber mehr Aufwand und oft höhere Kosten.
  7. Im Crash stoppen oder verkaufen: Genau dann kaufst du besonders günstig. Wer aussteigt, verpasst oft die Erholung.
  8. Ständig ins Depot schauen: Tägliche Schwankungen verunsichern und verleiten zu Fehlentscheidungen. Einmal im Quartal oder im Jahr reicht.
  9. Die Rate nie anpassen: Eine Rate, die vor zehn Jahren gepasst hat, ist nach mehreren Gehaltserhöhungen oft zu niedrig.
  10. Auf den perfekten Einstieg warten: Den gibt es nicht. Wer wartet, verliert vor allem Zeit.

Checkliste für deinen Sparplan

  1. Notgroschen steht
  2. Anlagehorizont geklärt: Das Geld wird mindestens zehn Jahre nicht gebraucht
  3. Depot eröffnet und Identität bestätigt
  4. ETF über die ISIN ausgewählt, Variante geprüft (thesaurierend oder ausschüttend)
  5. Kosten geprüft: keine Depotgebühr, Sparplan kostenlos oder günstig
  6. Sparrate und Ausführungstag festgelegt
  7. Dauerauftrag oder Lastschrift eingerichtet, mit Vorlauf vor dem Ausführungstag
  8. Freistellungsauftrag erteilt
  9. Bei mehreren ETFs: Aufteilung und Mindestraten geprüft
  10. Termin im Kalender: einmal im Jahr Rate und Aufteilung prüfen, eventuell dynamisieren

Danach heißt es: laufen lassen. Einmal im Jahr prüfst du, ob die Rate noch zu deinem Leben passt, und erhöhst sie zum Beispiel nach einer Gehaltserhöhung.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF-Sparplan investieren?

So viel, wie du dauerhaft entbehren kannst, ohne deinen Notgroschen anzugreifen. Viele orientieren sich an 10 bis 15 Prozent des Nettoeinkommens. Wichtiger als die Höhe ist, dass du regelmäßig und lange sparst. Auch 25 oder 50 Euro im Monat sind ein guter Anfang, solange keine hohen Gebühren pro Ausführung anfallen.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

Bei vielen Online-Brokern sind ETF-Sparpläne kostenlos. Dazu kommen die laufenden Kosten des ETFs selbst (TER), bei Welt-ETFs meist 0,10 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Bei Filialbanken fallen oft deutlich höhere Gebühren an. Achte besonders bei kleinen Raten auf feste Gebühren: 1,50 Euro bei 25 Euro Rate sind 6 Prozent.

Welcher Ausführungstag ist der beste?

Für die Rendite spielt der Tag langfristig praktisch keine Rolle, weil sich gute und schlechte Kaufzeitpunkte über die Jahre ausgleichen. Wähle einen Termin kurz nach deinem Gehaltseingang, damit das Geld sicher auf dem Verrechnungskonto liegt. Fällt der Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, führen Broker den Sparplan meist am nächsten Handelstag aus.

Ist ein Sparplan besser als eine Einmalanlage?

Nicht automatisch. Weil Aktienmärkte historisch über lange Zeiträume eher gestiegen sind, lag eine sofortige Einmalanlage in der Vergangenheit im Durchschnitt häufig vorn. Der Sparplan ist aber die natürliche Lösung, wenn du aus dem laufenden Einkommen sparst. Außerdem nimmt er dir die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt ab.

Kann ich den Sparplan jederzeit stoppen?

Ja. Du kannst die Rate ändern, den Sparplan pausieren oder beenden, meist direkt in der App und ohne Kosten. Deine bisher gekauften Anteile bleiben im Depot, bis du sie verkaufst. Pausiere aber möglichst nicht wegen eines Börseneinbruchs, denn gerade dann kaufst du mit derselben Rate mehr Anteile.

Muss ich für meinen ETF-Sparplan eine Steuererklärung machen?

In der Regel nicht. Dein Broker führt die Abgeltungsteuer automatisch ab und berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag. Eine Steuererklärung kann sich lohnen, wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt oder du den Sparerpauschbetrag bei mehreren Banken nicht optimal verteilt hast. Dann holst du dir über die Anlage KAP zu viel gezahlte Steuern zurück.

Soll ich mehrere ETFs gleichzeitig besparen?

Für den Anfang reicht ein Welt-ETF auf den FTSE All-World oder MSCI ACWI. Zwei ETFs, etwa MSCI World plus Schwellenländer, lohnen sich eher bei höheren Raten, weil sonst Mindestraten und Gebühren stören. Mehr als drei ETFs bringen meist nur Überschneidungen und zusätzlichen Aufwand, aber keine bessere Streuung.

Fazit

Ein ETF-Sparplan ist der einfachste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen: einmal einrichten, automatisch investieren, dabeibleiben. Mit einem kostenlosen Depot, einem weltweit gestreuten ETF und einem Freistellungsauftrag bist du startklar. Achte bei kleinen Raten besonders auf Gebühren pro Ausführung, wähle einen Ausführungstag kurz nach dem Gehaltseingang und erhöhe die Rate, wenn dein Einkommen steigt. Einen Börseneinbruch überstehst du am besten, indem du einfach weitersparst. Und wenn du schon einen größeren Betrag hast, entscheide bewusst, ob du ihn auf einmal oder gestaffelt anlegst. Beides ist in Ordnung, solange du dabeibleibst.

Welches Depot zu dir passt, findest du im Broker-Vergleich heraus. Auch für Kinder lässt sich ein Sparplan einrichten. Wie das geht, erklärt der Ratgeber zum Junior-Depot.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Mehr erfahren